Christian Kühn – Wie läuft die Suche nach dem Atommüll-Endlager?
Shownotes
Deutschland will seine hochradioaktiven Abfälle sicher unter der Erde einlagern. Aber wo? Das soll ein mehrstufiges Verfahren klären, das nicht nur wissenschaftsbasiert, sondern auch lernend und partizipativ sein soll. Am Ende entscheidet zwar der Bundestag. Doch bis dahin können und sollen sich die Bürger aktiv einbringen. Wie das gelingen kann und welche Hürden es zu überwinden gilt, darüber spricht Niklas Kleinwächter in einer neuen Folge vom Politiknerds-Podcast mit Christian Kühn, dem Präsidenten des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE).
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00:00:01:
00:00:09: Herr Kühn, glauben Sie eigentlich dass sie und ich noch miterleben werden wie in Deutschland ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll in Betrieb genommen wird?
00:00:20: Ich glaube das ich sehr alt werden müsste.
00:00:22: Sie haben ja ein bisschen Glück ein bisschen später geboren zu sein als ich.
00:00:25: aber natürlich die Inbetriebnahme eines Endlages in Deutschland wird sich noch viele Jahrzehnte hinziehen.
00:00:31: Wir versuchen bis Mitte des Jahrhunderts einen Standort zu finden.
00:00:35: Dann wird es sicherlich mehr als ein Jahrzehn brauchen, ein Endlager zu errichten die in Betriebene Phase kommen.
00:00:41: also das dauert noch ein paar Jahrzehnte und da ich neunzehnundneuensebzig geboren bin muss sich schon sehr alt werden um dann auch die Inbetriebennahme dabei zu sein.
00:00:50: aber das wäre natürlich mein Ziel.
00:00:51: Darüber möchte ich gleich noch viel mehr erfahren, aber zunächst begrüße ich jetzt alle Hörerinnen und Hörern zu dieser neuen Folge vom Politik Nerds Podcast.
00:00:59: Mein Name ist Niklas Kleinwächter.
00:01:00: Ich bin einer von vier Redakteuren beim Rundblick dem Politikjournal für Niedersachsen Und ich freue mich sehr dass ihr uns heute wieder eure Aufmerksamkeit schenkt.
00:01:09: Unser Thema heute ist die Suche nach einem Endlager-Standort für hochradioaktive Abfälle.
00:01:15: Mein Gast in dieser Folge ist Christian Kühn, der Präsident des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung.
00:01:21: Herr Kühnen herzlich willkommen in Hannover und schön dass Sie hier sind!
00:01:25: Ja sehr gerne.
00:01:26: ich bin gerne hier.
00:01:27: Ihr
00:01:27: Geburtstag haben Sie gerade schon genannt, dann sind Sie jetzt siebundvierzig Jahre alt.
00:01:31: Sie sind geboren in Tübingen und Sie sind Mitglied von Bündnis Neunzig die Grünen.
00:01:35: Sie waren in Baden-Württemberg auch schon einmal Landesvorsitzender der Grünen und von zwei tausenddreizehn bis zwanzig vierundzwanzig waren Sie Mitglied des Deutschen Bundestags dazu letzt von zwanzigeinundzwanzig bis vierundzwanzig auch parlamentarischer Staatssekretär bei Bundesumweltministerin Steffi Lemke.
00:01:52: Im Februar zwanzig vierundzwanzig wurden sie dann zum Präsidenten des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung ernannt.
00:01:59: In dieser Position sind Sie den Nachfolger von Wolfram König, das sage ich hier weil der das sehr lange gemacht hat und man ihn deshalb hier auch ganz gut kennt.
00:02:07: und vielleicht dass nochmal wenn man ja ein Einglückungspunkt ist.
00:02:10: Sie sind also der Nachfolge Das Bundesamt für die Sicherheit der Nuklearen Entsorgung.
00:02:14: Ein langer Titel, ein komplizierter Titel und man nennt jetzt ganz kurz Base.
00:02:18: Ich hätte immer gedacht man sagt B-A-S-E oder Base Aber es wird sehr englisch Base ausgesprochen.
00:02:24: Warum eigentlich?
00:02:25: Ja man kann letztlich alle drei Namen nennen.
00:02:28: Bei uns intern sprechen wir einfach kurz vom Base.
00:02:32: Das lässt sich einfach leichter aussprechen Und das hat sich bei uns so eingebürgert.
00:02:36: Da gibt's keinen besonderen Grund dafür.
00:02:38: Es ist jedenfalls eine selbstständige Bundesoberbehörde.
00:02:41: Erklären Sie doch mal bitte so einfach wie möglich, aber so umfassend und umfangreich, wie es dann doch nötig ist, um es zu verstehen was diese Behörde macht?
00:02:50: Was ist Ihre Aufgabe und Ihr Auftrag?
00:02:53: Ja man kann's kurz fassen wir kümmern uns einfach aus Behördensicht um die Abfälle, die in Deutschland entstanden sind durch den Betrieb der Kernkraftwerke Einmal um die Hochradioaktiven und die Mittel- und Schwachhaltioaktive Abfälle.
00:03:07: In dieser Aufgabe sind wir einmal Genehmigungsbehörde, also diejenigen, die Zwischenlagerung genehmigen aber auch die Transporte von Atomahnabfällen.
00:03:19: Und wir sind die Aufsichtsbehörde über die Endlager, die es in Deutschland schon gibt.
00:03:23: Also den Schacht-Konrad-Morsleben.
00:03:27: Wir wissen die Aufssichtsbehöde über das Verfahren zur Auswahl eines Ortes wo am Ende hochhaltig aktiven Abfälle in Deutschland gelagert werden.
00:03:38: und das ist die Aufgabe und die gehen wir sozusagen mit einem Anwasmender zu Brauch von Leuten wissenschaftlich mit diesen Fragen beschäftigen.
00:03:48: Menschen, die die Beteiligung organisieren weil wir auch der Träger der Öffentlichkeitsbeteiligungen im Standortauswahlverfahren sind aber eben auch Menschen die einfach ja am Ende dafür sorgen dass alles rechtlich vor Gerichtern standhält.
00:04:02: Eine andere Einrichtung, die wir hier immer mal wieder wahrnehmen.
00:04:05: Das ist die Bundesgesellschaft für Endlagerungen, die BGE.
00:04:08: Können Sie noch einmal erklären was der Unterschied ist?
00:04:12: Was machen sie?
00:04:13: Man muss vielleicht mal kurz in die Geschichte zurückgehen.
00:04:16: In der Vergangenheit wurde in Deutschland immer beklagt dass sozusagen die Betreiber nicht genug Aufsicht haben, dass der Staat nicht genau hinschaut was eigentlich die Betreiber machen.
00:04:26: Und in der Neuordnung der Entzorgungslandschaft im letzten Jahrzehnt mit dem Atomausstieg und letztlich der Endlagerkommission hat man entschieden zu sagen wir brauchen eine ganz klare Struktur auf der einen Seite den Betreber aber auch ganz klar bewacht wird.
00:04:42: Und so hat man eben die BGE gegründet als Betreiberin, die den Standort für das Hochradioaktive-Entlage oder für das Entlage für hochradioktive Abfälle sucht und auf der anderen Seite ja auch die Bergwerke Asse Konrad Morsleben betreibt.
00:04:58: Und auf der andern Seite hat man gesagt, man braucht jetzt jemanden, der aufpasst!
00:05:00: Und eben diese Aufpasserfunktion, diese Aufsichtsfunktion wurde dann uns übertragen heißt Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entzorgung Und das ist letztlich die Institutionengefüge, dass es heute gibt.
00:05:13: Man hat sozusagen Betrieb und Aufsicht hier getrennt um eben eine klare Verantwortungstruktur zu schaffen.
00:05:19: Der Zeitplan für die Endlagersuche oder Formal für das Standortauswahlverfahren ist in drei Phasen gegliedert und wir stehen gerade relativ kurz vor Abschluss dieser ersten Phase nämlich der Ermittlung der Standortregionen für die übertägige Erkundung.
00:05:35: Geben Sie uns doch mal bitte einen groben Überblick.
00:05:39: Was kommt da jetzt noch innerhalb dieser Phase, aber auch in den beiden anderen Phasen?
00:05:43: Also wie sieht dieses ganze Prozess aus bis wir dann tatsächlich irgendwann ein Atomüll-Endlager haben.
00:05:52: Ich würde vielleicht nochmal in der Geschichte beginnen, weil man muss diesen Prozess und dieses Verfahren nicht ganz losgelöst von der Geschichte zu betrachten.
00:06:02: Deutschland hat sich ja sehr früh aufgemacht, als sozusagen die ersten Kernkraftwerke in Deutschland betrieben worden sind zu überlegen wo können eigentlich in Deutschland mit den Abfällen untergebracht werden.
00:06:15: Wir haben dann die Geschichte eben, die sehr stark mit Niedersachsen verbunden ist.
00:06:18: Niednersachsen ist sicherlich das Bundesland.
00:06:20: indem sich sozusagen diese Geschichte der Kernkraft aber auch der nuklearen Abfälle am stärksten spiegelt ist dann die Entscheidung damals gefallen in den Seventiger Jahren zu sagen, hier Gorleben ist sozusagen der Ort an dem das Endlage errichtet werden soll.
00:06:37: Danach hat sich sozusagen großer Protest entzündert, der die Republik Jahrzehnte geprägt hat auch verändert hat.
00:06:45: Und mit dem erneuten Ausstieg aus der Atomkraft und der damals verbundenen Ethik-Kommission, Entlagerkommission und dann dem Entscheid zu sagen wir stellen die Endlagerung auf neue Füße.
00:06:59: Wir lassen sozusagen das.
00:07:01: Entlagger-Gorleben wird betrachtet wie jeder andere Standort in Deutschland auch hat man ein neues Verfahren gestartet.
00:07:09: Das war jetzt vor zehn Jahren gar nicht so lange Zeit und man hat dann eben angefangen zu sagen, wir beginnen mit einer neuen weißen Landkarte wo es keine Vorfestlegungen in Deutschland gibt.
00:07:19: Man hat alle Geodaten zusammengenommen und sich diese Geodate angeschaut und nach den Kriterien dem Stand AG festgelegt sind bewertet welcher Standort dort geeignet ist um in eine weitere Suchphase zu gehen, nämlich eine obertägige und danach eine untertägige Erkundung.
00:07:38: Das sind dann die weiteren Phasen, die sich da anschließen.
00:07:41: Wir befinden uns jetzt eben in dieser Endphase der ersten Phase also wo wir vorhandenen Geodaten genau angeschaut werden.
00:07:50: Und dort wird eben diese einzelnen Teilgebiete, die identifiziert worden sind in Deutschland bewertet.
00:07:59: In Niedersachsen sind es fifty-sechzehn Teilgebiete, die sich dort genau angeschaut werden.
00:08:04: Das sind achtundsiebzig Prozent der niedersächsischen Landesfläche, wo diese Geodaten sich angeschauen werden.
00:08:11: und jetzt sind wir quasi kurz vor der Phase, wo dann wirklich von diesen fünffünfzig Prozent bundesdeutsche Landesflächen wie am Ende auf nur wenige Regionen in Deutschland sich fokussieren wird.
00:08:22: man muss sich das so vorstellen dass diese Kolleginnen und Kollegen in der BGE vor allem Geologen dort, die sich mit diesen Geodaten beschäftigen wie so eine Art Siebverfahren machen.
00:08:34: Also sie nehmen immer wieder ein feineres Sieb und sieben sozusagen diese einzelnen Teilgebiete durch und schauen sich dort an.
00:08:41: sind alle Anforderungen, die wir an einen Ort stellen im tiefen Untergrund wo man endlich allgerichten kann erfüllt oder nicht?
00:08:53: Das Deckebirge ist das stark genug.
00:08:56: Es ist dort zu zeigen, dass der Berg groß genug ist um dort ein Endlager zu richten und es wird sich eben nach und nach immer stärker fokussieren.
00:09:06: Die BGE bringt jedes Jahr die Daten heraus gerade der aktuelle Stand und wir werden jetzt im Herbst nochmal eine Datenveröffentlichung bekommen Dann Ende siebenundzwanzig dann den Standardregion-Vorschlag der BGE über Mittel bekommen als Base.
00:09:24: und dann ist sozusagen, kommen wir von einer gefühlten Nichtbetroffenheit von fünfzig Prozent der deutschen Landesfläche auf wenige Regionen zurück.
00:09:32: Und das ist sicherlich eine ganz entscheidende Phase am Ende dieser ersten Phase in der wir uns befinden.
00:09:38: Man hat sich also bewusst für einen deutlich aufwendigeres kompliziertes Verfahren entschieden, um die Fehler aus den siebziger Jahren nicht zu wiederholen.
00:09:46: Der Standort Grollleben war ja eigentlich eher so eine politische Entscheidung und man gesagt hat das war an der innerdeutschen Grenze in einem nicht so dicht besiedelten Gebiet.
00:09:55: und Niedersachsensministerpräsidenter damals gesagt da kann man das machen was keine Akzeptanz gefunden hat.
00:10:02: und das große Ziel ist jetzt mit einem komplizierten langwierigen Verfahren mehr akzeptanz zu erzielen.
00:10:08: Ich würde es nicht kompliziert und langwieriges Verfahren nennen, ich würde sagen wissenschaftsbasiertes Verfahren.
00:10:13: Und wissenschaftliche Entscheidungen oder Bewertungen brauchen einfach eine gewisse Zeit auch um so ein großes Mammutvorhaben das wir seit zehn Jahren in Deutschland vor der Brust haben die Bewertung der gesamten Landesfläche im tiefen Untergrund vorzunehmen.
00:10:31: Man hat das Verfahren völlig umgestellt.
00:10:33: Das alte Verfahren war eben eines.
00:10:35: man hat sich angeschaut wo ist ein Seitstock?
00:10:37: Davon geben wir aus, dass das ein gutes Wurzgestein ist in Deutschland.
00:10:41: und wo gibt es eine politische Ort, wo man sozusagen diese Entlage errichten kann.
00:10:46: Und das war eine reine politische Entscheidung damals natürlich auch schon mit wissenschaftlichen Kriterien aber nicht mit einer transparenten wissenschaftlichem Suche und schon gar nicht mit einem vergleichenden Verfahren, den wir uns heute befinden.
00:11:00: Und damit hat man das schon sehr sozusagen umgedreht gesagt erst spricht die Geologie Danach folgt dann die Politik der Geologie, also der Wissenschaft und so ist das jetzige Verfahren aufgesetzt.
00:11:12: Der Deutsche Bundestag im jetzigen Verfahren wird dreimal entscheiden aber immer auf der Grundlage eben von wissenschaftlichen Untersuchungen Bewertung wenn der Standregionvorschlag der BGE Zu uns kommen werden, wie ihn auch nochmals Bundesamt bewerten und es dann im Bundesministerium geben.
00:11:28: Und in den Bundestag einspreisen.
00:11:31: Das wird natürlich alles sehr transparent diskutiert anders als das eben aus bei der Goal-Ebenentscheidung war.
00:11:37: Diese Prinzipien, Wissenschaftsbasiertheit, Transparenz, Beteiligung der Öffentlichkeit – das sind Prinzipien die aus der gescheiterten Geschichte des Endlager-Goal-Lebens abgeleitet sind und sich im heutigen Gesetz wiederfinden.
00:11:50: Ja diese Suche ist eine, Nicht Monate dauert, sondern Jahrzehnte.
00:11:55: Das ist eben diesem Verfahren auch geschuldet.
00:12:00: aber der Versuch damit eine Akzeptanz zu finden anders als bei einer politischen Entscheidung wo es in der Vergangenheit keine Akzeptanzen gefunden hat und damit zu keiner Lösung für den Umgang mit diesen hoch radioaktiven Abfällen geführt hat.
00:12:15: über die Punkte Betroffenheit und Beteiligung und Akzeptanz werden wir jetzt immer wieder reden, sind weiter damit beschäftigend annähern.
00:12:24: Sie haben schon gesagt es ist ein Prozess der schon seit zehn Jahren dauert.
00:12:27: sie sagen das ist noch gar nicht so lange.
00:12:29: aber ehrlich gesagt für die allermeisten Menschen die sich jetzt nicht regelmäßig damit beschäftigen wie sie jeden Tag und wie ich alle paar Monate, plappt das so alle jubeljahre mal auf.
00:12:38: dann wird wieder eine Karte veröffentlicht.
00:12:40: das geht dann durch die Medien und entweder ist die eigene Heimat Teil der Gebiete, die noch im Rennen sind oder eben nicht und wenn sie noch im rennen ist dann ist die Betroffenheit erst mal sehr groß.
00:12:50: Aber dann flacht es ja ganz schön wieder ab das zumindest meine Wahrnehmung.
00:12:53: Es gibt dann ganz kurz so einen Aufmerksamkeits-Piek Und dann ist es wieder vorbei.
00:12:58: Dann ist eher so die Frage was kümmert's mich?
00:13:00: Die Entscheidung ist kompliziert und in weiter Ferne.
00:13:03: Erleben Sie das auch so und empfinden Sie das eigentlich als frustrierend dass das was womit sich jeden tag beschäftigen die menschen nur Vielleicht einmal im jahr alle zwei Jahre interessiert?
00:13:12: Nein, also uns frustriert das überhaupt nicht.
00:13:15: Wir rechnen auch damit eben so dass wir heute noch fifty-fünfzig Prozent der deutschen Landesfläche in der Suchkulisse sind.
00:13:22: Das ist sehr viel.
00:13:23: dadurch gibt es keine regionale Betroffenheit die sowie sie es beschrieben haben flacker die quasi dort auf wo gerade die Teilgebietskarte dann noch ausweist dass man dieses Gebiet auch in die nächste Phase weiter mitgenommen wird.
00:13:39: Aber letztlich gehen wir davon aus, dass mit dem Standardregionenvorschlag der Ende siebenundzwanzig dann von der BGE kommen wird.
00:13:46: Da ist eben eine sehr große Einengung von Stattengehen und dann wird regionale Betroffenheit entstehen.
00:13:52: Und dann werden wir sozusagen in eine neue Phase kommen auch in andere Diskussionen.
00:13:57: Ich glaube es ist das was Sie jetzt beschreiben, dass immer nur eine sehr kurze Betroffene hat, es wird nicht so sein.
00:14:06: Weil diese Regionen dann einige Jahre oder Jahrzehnte mit in der Suchschleife bleiben werden bis man am Ende den Standort festlegt mit der größtmöglichen und bestmögliche Sicherheit für die Abfälle.
00:14:20: Das ist sozusagen ein bisschen in der Natur der Sache dieser Suche das sie so lange dauert.
00:14:26: Das hat einmal damit zu tun, dass die Landesfläche in Deutschland sehr groß ist.
00:14:29: Anders als zum Beispiel in anderen Ländern der Schweiz und die viel kleinere Landesflächen.
00:14:33: Dann ist es eben auch so, dass diese Suche in Deutschland ja auf mehrere Wirtsgesteine fokussiert ist.
00:14:40: also man braucht sozusagen nicht eine Methode für ein Wirtsgestein sondern für drei Wirts-Gesteine.
00:14:45: In Deutschland sucht man einen Salz im Ton und im Kristallin Gestein.
00:14:49: das macht die Suche an Deutschland komplizierter aber sicherlich am Ende auch erhöht es die Möglichkeit, auch wirklich den best geeigneten Standort zu finden.
00:14:57: Ein Standort wo wir eben mit diesen Herr abfällen, die über viele Generationen, über mehrere hunderttausend Jahre sehr gefährlich sind so umgehen können dass wir zukünftigen Generationen keine Belastungen hinterlassen, keine riesigen Aufbürden.
00:15:13: und das ist was uns motiviert im Amt wo auch viele junge Kolleginnen und Kollegen zu uns kommen, und sagen ja ich will mein Leben meine Arbeitszeit meinen Wirken sozusagen in so ein Umweltprojekt mit reingeben.
00:15:28: Da jetzt auch Verantwortung zu übernehmen für diese Hinterlassenschaften aus der Zeit der Produktion Stromproduktion aus den AKWs um damit eben auch einen Beitrag zu leisten.
00:15:40: wir alle haben davon profitiert im Norden, im Süden, im Osten und im Westen.
00:15:44: Und jetzt übernehmen wir gemeinsam die Verantwortung dafür dass diese Abfälle auch sicher gelagert werden können.
00:15:50: Sie haben schon die zeitliche Dimension auch in die Zukunft gerichtet angesprochen.
00:15:54: also es dauert noch eine Weile bis wir überhaupt ein Standort haben dann einen Standort ausgewählt haben Dann muss da gebaut werden und dann wird irgendwann eingelagert eine unfassbar fast unvorstellbare lange Zeit sicher gelagert werden.
00:16:09: Das ist ja auch noch eine Dimension dieser Endlager Suche, es soll ein Lager sein das nicht mehr angerührt wird aber trotzdem in Jahrhunderten die Zivilisation als so ein Lacher erkennen kann.
00:16:19: ich finde beeindruckend, vielleicht beängstigend wenn man sich vorstellt wie sich die Welt bis dahin wandelt haben wird und dass man sich dann jetzt schon Gedanken machen muss das da bitte niemand versucht eine U-Bahn zu bauen zum Beispiel oder was auch immer für Fortbewegungsmöglichkeiten man dann hat.
00:16:35: Man würde in dieser Tiefe auch keine u-Bahnen bauen.
00:16:39: und das ist eben diese Idee dahinter.
00:16:41: wir können eben nicht die Nachweise erbringen dass wir technische Möglichkeit haben mit diesen Abfällen so umzugehen Zehntausend Jahre, hunderttausend Jahre hier die Sicherheit nachweisen können.
00:16:52: Und die Idee ist eben zu sagen wir machen das nicht technisch sondern wir machen es mit der Geologie.
00:17:00: und die Geologie kann eben diese Zeiträume einmal abschätzen auf der einen Seite und mit der Nachweise erbefinden, dass sozusagen diese Stoffe dauerhaft eingeschlossen sind im tiefen Untergrund und damit sich nicht freigesetzt werden in die Biosphäre.
00:17:17: Und damit Menschen und Umwelt oder zukünftige Menschen gefährden.
00:17:23: Das ist die Idee dahinter, diese Abfälle in den tiefen untergrund zu bringen dort einzuschließen in siebenhundert Meter oder tiefer um dort sozusagen dann zu verbleiben, bis sie eben dann ja die Halbverzeiten so sind dass sie eben auch niemanden mehr gefährden.
00:17:40: und das ist eine sehr voraussetzungsvolle Aufgabe des danachzuweisen.
00:17:47: auch dann am Ende zu organisieren, diese Abfälle einlagern zu können.
00:17:51: Und das dauert eben Jahrzehnte und zeigt eben auch wie problematisch der Umgang mit diesen Stoffen ist – wie voraussetzungsvoll der sichere Umgang bei diesem Stoffe ist.
00:18:01: Deswegen ist es nicht mal im Vorbeigehen zu regeln sondern ist eben ein Generationenprojekt dass wir hier als Aufsichtsbehörde bei uns haben und für das wir täglich arbeiten neue Präsidenten, neue Kolleginnen und Kollegen in Aufsicht und Genehmigung arbeiten müssen um das zu gewährleisten.
00:18:21: Das kann man eben nicht im Vorbeigehen einfach nicht machen.
00:18:24: Damit sind wir wieder bei der Einstiegsfrage.
00:18:26: Werden wir das noch erleben?
00:18:27: Und wahrscheinlich wird es so sein dass unsere Nachfolger In unseren aktuellen Positionen sich noch mit dieser Frage beschäftigen werden.
00:18:35: Das Ulmer Münster und der Kölner Dom sind auch nicht in einer Generation gebaut.
00:18:39: So muss man es ein Stück weit sehen, das ist ein Generationenprojekt.
00:18:45: Tagesaktuelle Ereignissen oder Legislaturperioden.
00:18:49: Das sind eben die Aufgaben, die wir als Gesellschaft nur gemeinsam über mehrere Jahrzehnte mit einer gemeinsamen Konsens, dass wir mehrere Jahrzente an diesem Projekt arbeiten auch hinbekommen.
00:18:59: und was wir in Deutschland hier haben ist im Gesetz das es ermöglicht, das auch funktioniert.
00:19:03: ja Wir sehen jetzt seit zehn Jahren, dass dieses Verfahren funktioniert.
00:19:06: Wir können damit am Ende den Standort identifizieren wo ein Entlager gebaut werden kann.
00:19:13: der Konsens jetzt über zehn Jahre hält, dass die Konflikte, die es in der Vergangenheit zu diesen Fragen gab nicht in der gleichen Weise aufbraten.
00:19:21: Dass Menschen heute in einen Dialog kommen aus Zivilgesellschaft und aus der Betreiberseite aufeinander und dabei auch zu gemeinsamen Ergebnissen kommen.
00:19:30: Und von daher sehen wir, dass das Fahren funktioniert und wir haben eine Chance damit mit diesen Abfällen sorgsam umzugehen und dann eben am Ende auch dieses Endlager zu finden.
00:19:39: Und das ist allen Wert dafür zu arbeiten, dafür braucht es aber wirklich eine ganze Gesellschaft ein Konsens darüber.
00:19:47: Es braucht dann eben auch Akteure die das dauerhaft tragen.
00:19:49: und deswegen gibt's uns als Bundesamt, deswegen gibt sie die BGE als Gesellschaft, die das Endlagersucht.
00:19:54: Das gibt ein nationales Begleitkremium aus Menschen aus der Zivilgesellschaft in Öffentlichkeit Die Akteneinsichtsrechte bei uns haben wieder genau drauf schauen um Transparenz herzustellen.
00:20:04: Aber das wird uns noch einige Jahre jahrzehnte beschäftigen.
00:20:08: Und zeichnet sich ja auch schon ab, dass das ursprüngliche Datum, was man anvisiert hatte, zwanzig-einunddreißig nicht zu halten ist – Sie haben es eingangs auch schon gesagt, es verschiebt sich alles eher in die fünftiger-, sechzigerjahre wahrscheinlich, dass ein Standort identifiziert worden ist.
00:20:24: Sie haben das schon gut erklärt, woran das liegt?
00:20:26: Aber sehen sie denn eine Möglichkeit, das Verfahren doch noch zu beschleunigen?
00:20:30: Ja also diese Zahl eindreißigt im Gesetz stand war immer ne politische Zahl!
00:20:34: Wenn man damals mit den Expertinnen und Experten gesprochen hat, dann war sehr viel klar, dass diese Zahl nicht zu halten sein wird.
00:20:43: Heute rennen wir dieser Zahl immer noch hinterher... Wir haben die Beschleunigungsdebatte, aber wir haben vor allem auch eine defizitäre Debatte auf das Verfahren.
00:20:51: So als ob wir heute schon zeitlich hinterher hinken würden, also ob das Verffahren heute schon sozusagen so gelaufen wäre dass wir hier ja Zeit verspielen würden mit diesem Verfahren?
00:21:01: Das ist nicht der Fall!
00:21:03: Diese Zahl einunddreißig war immer eine politische.
00:21:07: in unserer Sicht, wenn man das Verfaren eben jetzt sagen die einzelnen Schritte aneinander reiht landet man sozusagen in Abschätzung zwischen den Vierzigerjahren und Siebzigerjahr.
00:21:17: Das ist für viele Menschen nicht akzeptabel, wir machen auch Umfragen als Bundesamt, haben dann so ein Forschungsbereich über alle zwei Jahre eine repräsentative Umfrage machen und wir sehen, wir verlieren die Bevölkerung in den Vierzeigerjahren der Akzeptanz für dieses Verfahren wenn es länger dauert.
00:21:33: und deswegen ist diese Frage, die sie gerade gestellt hat mit der Beschleudigung essentiell um das Verfahren, die Akzeptanzen für dieses Verfahren zu halten.
00:21:41: Und wir haben als Bundesamt in den letzten Jahren uns sehr intensiv für die Beschleunigung auch eingesetzt, immer unter der Prämisse dass die Grundprinzipien des Verfahrens erhalten bleiben.
00:21:52: Also Wissenschaft passiert halt Beteiligung Transparenz Lernendes Verfahren Dialog Orientierung Dass die erhalten bleiben, aber dennoch werden das Verfahren ein bisschen umgestaltet.
00:22:05: Um dann schneller zu einer Identifikation des Standards zu kommen.
00:22:08: und da haben wir eben Vorschläge gemacht.
00:22:11: einmal den Vorschlag dass man auf eine untertägige Erkundung durch Bergwerke verzichtet.
00:22:18: Man kann heute mit modernen Wortechniken – das hat die Schweiz gezeigt, dass sehr gut auch in Standort finden ohne des Auflassen eines Bergwerks.
00:22:25: Das ist noch mal mindestens ein bis zwei Jahrzehnte Suchverfahren obendrauf bedeutet und indem man eben dann auch der BGE, also der Gesellschaft dieses Entlage sucht, die Betretungsrecht dann in der obertägigen Erkundung und bei den Bohrungen erleichtert um damit dann ja das Verfahren so zu komprimieren dass man dann auch in den vierziger Jahren mit der Identifikation des Standards landet.
00:22:53: Und ja, ich habe die letzten Meldungen gerade durch Referenten- und Vorentwürfe, durch die Medien gegangen sind, so wahrgenommen dass diese Ideen aufgegriffen worden sind aus dem Ministerium und ich hoffe das die Politik da an das Gesetz sozusagen auch diese Dinge verändert.
00:23:13: Das ist dann eben auch möglich erst in jetzt, sage ich mal, fünfzehn bis zwanzig Jahren dann auch dieser Aufgabe zu verlenden.
00:23:20: und das ist aber nur möglich wenn wirklich das Gesetz verändert wird weil im Augenblick es eben keine Optionalität gibt bei der Frage der untertägigen Erkundung.
00:23:29: Ich sehe da, was die Ansprüche an Beschleunigung und Beteiligung angeht.
00:23:32: Ein Spannungsverhältnis.
00:23:34: Auf der einen Seite droht ein allzu langwieriges Verfahren, die Bürger zu verlieren, die sich dafür interessieren, klang eben schon an.
00:23:41: auf der anderen Seite kann Beschleundigungen ja auch zulasten von Beteilligung gehen weil dann das zumindest wurde ja beim Endlager-Forum auch schon diskutiert dass dann gesagt wird Man hat keine Zeit mehr, das nachzuvollziehen was da gerade wissenschaftlich passiert.
00:23:54: Wenn Prozesse gerafft werden dann gibt es weniger Möglichkeiten zu sensibilisieren sich mit den komplizierten Themen auseinanderzusetzen oder nochmal nachzufragen weil ja auf der anderen Seite neben den Wissenschaftlern auch immer noch Leinen sich in diese Themen einarbeiten sollen.
00:24:08: Gibt es für sie eine Lösung dieses Konfliktes?
00:24:11: Nein, das ist ein Konflikt.
00:24:12: Der dauerhaft vorhanden sein wird und der immer wieder aufflackern wird und in jeder Phase auch neu ausgehandelt werden wird.
00:24:18: Die Geschichte zeigt uns aber in Deutschland ohne Beteiligung werden wir keinen Entlagestandort finden.
00:24:23: Jetzt geht es eben darum Beteiltigungen ganz konkret zu organisieren Und dieses Verfahren so wie's der Bundestag beschlossen hat im Stand AG sieht sehr große Beteilligungsformate vor Übrigens auch dauerhaft über die gesamte Zeit des Verfahrens.
00:24:39: Das beginnt beim nationalen Begleitkremium, geht weiter bei den Regionalkonferenzen die dann in den Regionen eingerichtet werden.
00:24:45: Die dann in weiteren Suchverfahren betrachtet werden.
00:24:49: Das kennt aber auch noch andere Form und diese Beteiligung, die wir jetzt ausgestalten muss natürlich über die gesamte Strecke des Suchverfahrends stattfinden.
00:25:02: Und deswegen sehe ich da erstmal diesen Widerspruch sozusagen immer in der Frage, welche Rechte bekommen Bürgerinnen und Bürger.
00:25:09: Was ist eigentlich die Aufgabe von Beteiligung?
00:25:11: Das muss immer wieder neu definiert und auch geklärt werden.
00:25:14: Für uns ist vollkommen klar auf einer Regionalkonferenz wird am Ende nicht entschieden wo der Standort ist.
00:25:20: Auf einem Beteilligen oder einem Forum-Endlage Suche wird am ende auch nicht entschieden, wo das Endlage hinkommt.
00:25:28: aber Diese Formate würden auf diesen Prozessen sozusagen in der Entscheidungskette, der vielen Entscheidungen die man bis zum Endlager braucht.
00:25:37: Leitplanken, die dann diese Entscheidung beeinflussen.
00:25:40: und das ist denke ich ganz entscheidend dass wir über dieses ganze Verfahren Beteiligung haben.
00:25:45: aber natürlich sollte das Verfahren nicht verlängert werden durch die Beteilligungen und deswegen geht es das Klug zu organisieren parallel zu organisiert.
00:25:54: aber gerade am Anfang Das zeigen ja auch andere Infrastruktur vorhaben, ist die Beteiligung essentiell.
00:26:01: Wegen sollte es jetzt in dieser ersten Phase mit den Regionalkonferenzen bis dann sozusagen in der ersten Phase wird das Verfahren auf gar keinen Fall verändern und danach diese Formate, die über mehrere Jahrzehnte bestehen werden – also so eine Regionalkkonferenz auch in der Schweiz wo es dir auch gibt da ist diese Idee auch entnommen worden kommen, sozusagen ist das ja über mehrere Jahrzehnte gelaufen.
00:26:25: Auch da werden sich Fragen stellen, dass ich immer wieder neue Bürgerinnen und Bürger in diese Formate einbringe.
00:26:30: Also ich glaube es wird nicht dazu kommen, dass es zu wenig Beteiligung gibt sondern man eher auch immer wieder Menschen in die Beteilligung bringt motivieren muss um auch in die beteiligungen reinzugehen.
00:26:41: und das werden sich sicherlich neue Fragen stellen und das ist tatsächlich etwas was es in der Bundesrepublik Deutschland in dieser Form noch nie gab.
00:26:49: Es geht auf Miedersächsische Geschichte um die Freie Republik Wendland, um diese Fragen am Ende zurück.
00:26:57: Und das ist der Versuch es vollkommen anders zu machen auf Augenhöhe mit Bürgerinnen und Bürgern, die in diesen Entscheidungsprozessen hineinzunehmen.
00:27:05: Das ist ein Schatz den wir hier auch umsetzen dürfen als Amt.
00:27:10: Ein Beitrag von einer anderen Demokratie, eine stückweiten direktere Demokratie Die Beteiligung an Bürgerinnen viele Mittel auch selbst in die Hand gibt.
00:27:23: Von den Mitteln, dass die Regionalkonferenzen eigene Gutachten machen können, wissenschaftliche Gutachten kommen, um die Dinge noch mal zu überprüfen, dass dort Geschäftsstellen betrieben werden und dass sie eine eigene Öffentlichkeit haben und vor allem deren Agenda selbst bestimmen, liebe Bürgerinnen.
00:27:39: Und das finde ich sehr gut!
00:27:40: In dem Sinne sind wir hier in Hannover ein bisschen einen Beitrag für Der mich immer an Hannah Arendt erinnert, wo die Bürgerinnen und Bürger sich eben in der Agora treffen ihre Dinge selbst regeln.
00:27:55: Und damit ein Beitrag für Demokratie und hoffentlich auch ein Beispiel dafür wie man Infrastrukturprojekte in Zukunft mit voran bringt und vielleicht auch damit einen Beitrag Demokratie zu erneuern mit Infrastrukturen komplexen Fragen anders umzugehen.
00:28:11: Lassen Sie uns doch gerne nochmal diese Form der Partizipation ein bisschen auseinanderdividieren, ein bisschen deutlicher machen was da wer machen kann.
00:28:18: Auch wenn jetzt jemand hier zuhört und sagt ich möchte da gerne mitmachen wie geht das eigentlich?
00:28:22: Wie viel kann man da tun?
00:28:24: Wenn ich das richtig um den Kabel gibt es das Nationale Begleitgremium wo einfache Bürger sage ich jetzt mal mitmachen können.
00:28:30: dann gibt es Das Forum Endlagersuche dass auch im vergangenen November meine ich in Hannover Station gemacht hat Und dann wird es irgendwann diese Regionalkonferenzen geben.
00:28:40: Erste Frage sind das alle Formate, die für Partizipation stehen?
00:28:45: Nee es gibt noch ein weiteres Format.
00:28:46: Das ist der Rat der Region, der eingerichtet wird.
00:28:50: Da werden sozusagen Regionen in der Suche sind aber auch Regionen, in denen heute schon die Abfälle sind sich zusammenschließen, den Geschäftsstelle bilden und dort die Interessen der Regionen mit dem Verfahren einbringen.
00:29:01: Es ist ein zusätzliches Beteiligung der auf dieser regionale Ebene abzielt.
00:29:08: Wir sind heute schon als Bundesamt direkt in der Beteiligung.
00:29:13: Das beginnt bei der Information der Bürgerinnen und Bürger mit unserem Informobil, wo wir unterwegs sind.
00:29:19: Wir begleiten sozusagen das Planungsteam für das Forum Endlager über das ganze Jahr.
00:29:27: Dort sind ja Menschen aus der Zivilgesellschaft auf den Forumstagen oder auf dem Forum gewählt, über das Jahr die das nächste Forum vorbereiten.
00:29:36: Sich mit hochkomplizierten Fragen der Geologie und der Verfahrensarchitektur und der Beteiligung beschäftigen über das ganze Jahr, die dann dieses Forum aus der Zivilgesellschaft vorbereiten.
00:29:47: also wenn wir jetzt Station machen mit dem Forum Endlagersuche hier in Hannover Dann ist das Programm dort von den Bürgerinnen und Bürgern bestimmt die sich dort eingebracht haben und da kann sich jeder einbringen auch gerade jetzt in der jetzige Phase und dann dort auch beteiligen.
00:30:02: Und das ist so ein Zwischen-Beteiligungsformat, dass sozusagen eingerichtet worden ist, weil eben diese Suche sich verlängert hat, ja?
00:30:12: Weil man im Gesetzesprozess gar nicht an dieser Phase in der Form dachte.
00:30:17: Das wird abgelöst werden durch die Regionalkonferenzen.
00:30:20: in dem Augenblick wo... sich auf wenige Regionen fokussiert, werden wir als Bundesamt dann in den Regionregionalkonferenzen ermöglichen.
00:30:29: Da kann jeder Bürger eine Region hingehen der das der dazu berechtigt ist und dann eben sich einbringen in diesen Prozess, sich wählen lassen im Vertretungskreis.
00:30:40: Und die Regionen dann auch vertreten in diesem Suchprozess.
00:30:47: Dann wird es darum gehen dass dort die Regionalvorschläge diskutiert werden Stellungnahmen verfasst werden und die Region dann eine Stimme erhält.
00:30:56: in diesem Verfahren werden wir dafür sorgen, dass Bürgerinnen und Bürger ganz intensiv darüber diskutieren können.
00:31:03: Und die Blaupause dafür ist eben die Endlagersuche in der Schweiz gewesen, wo die Regionalkonferenzen über die gesamte Suche hinaus mitgearbeitet haben.
00:31:13: Dort wurde dann über Geologie gesprochen, über die Gestaltung der Oberthekenanlagen aber eben auch über Regionalentwicklung.
00:31:19: Das sieht heute das Gesetz auch vor, dass in den weiteren Phasen dann in diesen Regionalkkonferencen Überregionalentwicklungen gesprochen wird weil es geht ja nicht nur darum eine Region Lasten aufzubürgen, sondern auch eine Region Perspektiven aufzuzeigen wie diese Lasten ausgeglichen werden können.
00:31:33: Und das gehört dazu.
00:31:34: und ja wenn man so weltweit jetzt sozusagen in die Endlagersuche schaut dann sieht man dass es diese partizipativen Elemente, diese Beteiligungselemente überall gibt aber sicherlich die Schweiz und Deutschland hier am stärksten sind.
00:31:47: Damit das Beteilligungsverfahren weiter funktioniert muss ja eigentlich dafür gesorgt werden, dass zum einen die Bevölkerung motiviert bleibt ich denke die regional Betroffenheit noch verstärken, dass eine Motivation entsteht dadurch das ein Standort vor der eigenen Haustür entstehen könnte.
00:32:03: Die andere Bedingung ist ja auch, dass das Wissen weitergegeben wird.
00:32:07: Ich erlebe es so, dass die Beteiligungsformate aktuell noch sehr davon leben altgediente Mitglieder der Anti-Akw Bewegung sich einbringen, die wirklich über Jahrzehnte sich mit Kernkraft und dem Rückbau und der Endlage auch beschäftigt haben.
00:32:24: Gibt es da perspektivisch eine Generationenprobleme?
00:32:28: Kommt dazu wenig nach weil es keine Kernkraftwerke mehr gibt und weil die konkrete Betroffenheit und die Beschäftigung erstmal nachgelassen hat?
00:32:36: oder machen sie sich weniger Sorgen?
00:32:38: Also natürlich ist es so, dass es weniger Menschen gibt die sich dafür engagieren.
00:32:44: Es gibt weniger Menschen, die sich in diesen Prozess hineinbegeben.
00:32:48: Der Großkonflikt um die Nutzung der Kernkraft ist mit dem Atomausstieg unter Merkel beendet worden.
00:32:56: Es gibt natürlich immer wieder die Diskussion dazu, aber letztlich hält dieser Konsens und damit auch die Endlagesuche.
00:33:04: Dadurch kommen aber auch weniger neue Menschen hinzu.
00:33:06: Dennoch ist es so wir sind ja mit dem Forum jetzt auch einige Jahre unterwegs und mit dem Planungsforum Endlage suche.
00:33:15: Und da gibt es neue Menschen aus Regionen die mit ganz anderen Motivationen als Menschen in den Siebzigern und Achtzigerjahren in das Verfahren hineingehen, die sich sozusagen für dieses Generationenprojekt engagieren wollen.
00:33:28: Auch junge Menschen.
00:33:30: Aber es sind weniger geworden.
00:33:31: Und natürlich ist diese Frage Wissenserhalt, Know-how halt ganz essentiell.
00:33:35: Und deswegen gibt es unter anderem auch die Regionalkonferenzen um dort eben dann regionaler Wissen aufzubauen.
00:33:41: Menschen sozusagen auch mit den Themen Ja, das Thema Endlager-Suche und die Fragen, die darum sich ranken auch sozusagen nochmal zu verdeutlichen.
00:33:50: Weil die ersten Bilder, wenn man an das Thema Entlager in Deutschland denkt dann sind es natürlich die Bilder, die wir aus der ASSEC kennen sozusagen einem Bergwerk, in dem man nie hätte Atomereabfälle einlagern dürfen oder das sind die Bilder sozusagen des Protestes aus Goreleben heraus Und eben nicht sozusagen dessen, was wir jetzt eigentlich planen mit einem Endlager und mit den Fragen wie man sozusagen in Zukunft damit auch umgehen will.
00:34:20: Und das sind sicherlich auch einfach.
00:34:23: jede Generation wird da sozusagen sich neu mit diesem Thema auseinandersetzen müssen weil die Abfälle sind da ist nicht einfach weg.
00:34:30: aber es ist eine Herausforderung für uns hier Menschen in der Zivilgesellschaft zu gewinnen Aber ist auch eine Herausforderungen natürlich älter werdenden Gesellschaft beim Fachkaftemangel auch für uns als Behörde, aber auch für die Betreiber und andere Menschen zu begeistern.
00:34:45: Für Berufe, die wir für die Entlegung brauchen vom Strahlenschutz bis jemanden der sich mit den Fragen eines Entleigers in der Geologie beschäftigt ist es nicht so einfach.
00:34:53: und da haben wir zum Beispiel als Amt jetzt einen Doktor an den Programm aufgelegt um Menschen ganz gezielt auszubilden die Möglichkeit zu geben ihren Berufsleben zu starten sozusagen mit dem Thema Entsorgung der Abfälle, weil es uns Jahrzehnte noch beschäftigen wird.
00:35:09: und da Menschen hinein zu bekommen ist eine Daueraufgabe die wir haben.
00:35:12: Wir
00:35:12: haben jetzt schon ein paar Mal gesagt dass Niedersachsen ganz besonders betroffen ist.
00:35:16: ich denke wir sind uns da eigentlich das höchstwahrscheinlich wenn dann Ende siebenundzwanzig die Standortregion nochmal bekanntgegeben werden dass Nieder Sachsen da noch mit dabei sein wird.
00:35:28: Die Betroffenheit wird also hier in Nieder Sachsen weiter.
00:35:30: Da wissen Sie tatsächlich mehr als ich an dieser Stelle.
00:35:33: wenn das so wäre Das ist noch völlig offen.
00:35:37: Wie gesagt, heute fifty-fünfzig Prozent der Landesfläche am Ende weniger Regionen in Deutschland die dann übrig bleiben werden.
00:35:43: wo die liegen es heute noch nicht klar weil eben dieses Suchverfahren noch nicht abgeschlossen ist.
00:35:49: dieses sieben von dem ich vorgesprochen habe Es wird heute eigentlich in allen Bundesländern noch gesucht außer im Saarland aufgrund der Bergwerksaktivitäten dort.
00:36:00: Das Ruhrgebiet ist auch weit ausgenommen.
00:36:03: Auch in Rheinland-Pfalz gibt es keine Flächen mehr, aber alle anderen Bundesländer haben tatsächlich noch Flächen in der Suchkulisse und ich glaube dass wir wenn man diese drei Gesteinsarten sich anschaut da am Ende dann eine Landkarte sehen werden die sicherlich über die Republik verteilt.
00:36:19: Dann haben Sie mir damit jetzt gerade ein bisschen Wind aus den Segeln genommen denn ich wollte eigentlich dazu aufrufen Kommunalpolitiker, Landtagsabgeordneten in Niedersachsen sich doch langsam mal darauf vorbereiten sollten.
00:36:29: Auf diesen Stichtag, der Dezember, das ist dann, soll klar sein, in welche Richtung es geht und welche Standortregionen ausgewählt werden für die nächste Phase der Erkundung.
00:36:43: Dann anfang von Jahrzehnten sollen ja die Regionalkonferenzen einsetzen.
00:36:47: Was würden Sie denn jetzt jemandem raten?
00:36:49: Der hier in Niederachsen Kommunalpolitik macht oder direkt gewählter Landtagesabgeordneter und sich irgendwie mit seiner Region beschäftigen muss.
00:36:58: Ab wann sollte man sich selbst, sein Team seine Umgebung mal darauf vorbereiten das eventuell dieses Thema Standortauswollverfahren sie noch beschäftigen könnte?
00:37:07: Also es ist sicherlich so dass jetzt im Herbst eine weitere Einengung geben wird mit den Verfahrenständen der BGE.
00:37:16: Darauf zu schauen ist sicherlich sinnvoll.
00:37:18: In Niedersachsen sind noch einige Flächen oder ein Großteil der Flächen bis heute nicht bewertet, das wird sich ändern jetzt in diesem nächsten Schritt und da wird man dann schon auch einen Hinweis bekommen ob die Region wie die bewertete ist, ob sie im Verfahren weitergeht sozusagen in diesen letzten Schritt hinein der Bewertung dann auch und da gibt es sicherlich einen Hinweise darauf sicherlich einfach sozusagen jetzt in diesem nächsten Jahr mit diesen Format, mit diesem Verfahren vertraut zu machen.
00:37:47: Weil wir werden sehr zügig dann achtundzwanzig starten.
00:37:50: im ersten halben Jahr wird es sozusagen die ersten Vollversammlungen dann in der Region geben Und das wird sicherlich die Diskussion der Menschen sozusagen um diesen Jahresweg zu sieben und zwanzig, achtundzwanzig in diesem Region.
00:38:02: Und damit aber auch in den Ländern natürlich stark bestimmen.
00:38:06: Da werden sich die geologischen Landesdienste einbringen mit Bewertungen.
00:38:10: Wir werden sicherlich dann auch eine große Konferenz in Berlin haben wo man alle Regionen nochmal zusammenbringt noch mal alle auf den Stand bringt.
00:38:17: Auch erzählt was ist in den letzten Jahren in der Beteiligung gelaufen?
00:38:20: Welche Diskussionen gab es?
00:38:22: Warum sieht der Vorschlag aus, wie er heute aussieht.
00:38:25: Was bedeuten die Farben dort in den Karten?
00:38:29: Warum Einlagerung keine andere Optionen?
00:38:32: All diese Fragen werden nochmal aufkommen und die werden Kommunalpolitikerinnen, LandespolitikerInnen auch diskutieren müssen genau wie die Bundespolitikerin.
00:38:40: denn dieses Verfahren ist eines das nur funktioniert wenn die einzelne Ebenen des Staates Land Bund Kommune eng zusammenarbeiten zusammenstehen Und wir als Bundesamt heute ja auch schon für Klarheit sorgen, gerade für Kommunalpolitikerinnen aber auch für Bürgermeisterinnen.
00:39:00: Wir haben Informationsangebot und dort Briefings für regelmäßig Gespräche durch Schulungen durch um eben Ja allen.
00:39:11: dieses Verfahren deutlich zu machen, wie es abläuft und auch die hinreichenden Informationen an die Hand zu geben um dann eben auch Bürgerinnen und Bürgern eine Antwort zu geben.
00:39:19: Und das ist letztlich ein Verfahren das ja überparteilig ist getragen von Bund, Ländern und den Kommunen und nur so kann's am Ende gelingen.
00:39:28: denn am Ende ist das keine Entscheidung des Bundes allein sondern wir müssen sie als Gesellschaft gemeinsam treffen.
00:39:34: Was passiert denn eigentlich wenn jetzt wo immer konkreter wird und die Betroffenheit kommt, um die vielleicht in Ablehnung umschlägt.
00:39:42: Und die sich wiederum auswirkt auf politische Wahlentscheidungen.
00:39:46: Und dann in ein paar Jahren mehr an mehr und mehr Orten vielleicht politische Kräfte an der Macht sind, die sagen wir teilen aber diesen ganzen Prozess nicht mehr.
00:39:58: Wir scheren aus diesem Eben beschriebenen Breitgetragenden Konsens aus und sagen Endlagersuche warum eigentlich?
00:40:04: Ja, das kann natürlich passieren.
00:40:06: Dass sich sozusagen Politik in diese Richtung entwickelt.
00:40:10: Wir sehen heute oder ich sehe mit großer Sorge auch als Staatsbürger ja die immer stärkere Polarisierung der Gesellschaft dass wir sozusagen dann auch zur Konsensentscheidung die wir in der Vergangenheit getroffen haben nicht mehr stehen.
00:40:23: aber es ist ein Verfahren das braucht diesen Konsens über den sehr langen Zeitraum und am Ende geht's ja darum dass man einen Ort findet für die hoch radioaktiven Abfälle Die einfach in Deutschland über das ganze Land verteilt heute stehen.
00:40:39: Und die werden nicht weggehen, egal wer gewählt wird, egal wie sich politische Mehrheiten verändern oder welchen Blick man sozusagen auch auf... auf Mehrheiten in Landtagen hat.
00:40:53: Das wird sich daran nicht verändern, alle Politikerinnen auch in der Zukunft werden die Aufgabe haben eine Lösung zu finden mit diesen Abfällen umzugehen.
00:41:01: Die Endlagerkommission hat das sehr intensiv diskutiert.
00:41:04: also es gibt keine Alternative zu einem Entlager.
00:41:08: wenn sie sozusagen auch international schauen wer baut ein Entlagger?
00:41:13: fast alle Länder die Atomgrafwerke betreiben haben ein Entlageprojekt oder bauen einen Entlager, oder sind auf der Suche nach einem Entlagger von Japan, Frankreich, Großbritannien die skandinavischen Länder Kanada.
00:41:28: Alle gehen in die gleiche Richtung weil das letztlich die einzige Option ist dass wir dauerhaft diese Abfälle sicher unterbringen können um zukünftigen Generationen die Lasten wegzunehmen.
00:41:38: und für dieser Aufgabe werden Politikerinnen und Politiker in der Zukunft stehen und deswegen es ist jetzt so wichtig noch mehr Zeit ins Land gehen lassen, damit wir dann wirklich diese Aufgabe ja bis zum Anfang des nächsten Jahrhunderts abschließen können.
00:41:56: und dafür werbe ich.
00:41:58: Dafür müssen in Zukunft Menschen werben um das zu halten und es gibt leider keine andere Optionen.
00:42:05: Es gibt keine Fabriken, die mit diesen Abfällen neue Rohstoffe machen und dabei noch Energie gewinnen.
00:42:11: Die gibt es nicht!
00:42:12: Es gibt keine alternativen Entsorgungsmethoden.
00:42:14: Wir können diese Abfälle nicht einfach auf den Mond schießen oder im ewigen Eis versenken.
00:42:20: Alles wird viel zu große gefahren und kommt wieder zurück.
00:42:23: Die einzige Option ist wirklich in den Geologien, die tiefen Geologie zu gehen und dort einen sicheren Ort zu finden.
00:42:29: Das wird uns alle begleiten und das ist was man glaube ich dann auch immer wieder ein Bewusstsein erneuern muss.
00:42:35: Herr Kühlen, wir hier beim Rundblick dem Politikjournal für Niedersachsen behaltender Standortauswahlverfahren.
00:42:40: Auf jeden Fall im Blick!
00:42:42: Für heute bedanke ich mich bei Ihnen für dieses Gespräch und freue mich wenn wir auch noch vor unserem Renteneintritt noch die ein oder andere Wendungen beider Endlagersuche miteinander besprechen können.
00:42:52: Vielen Dank dass Sie hier waren.
00:42:54: Sehr gerne und ich komme auch gerne wieder.
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