Christina-Maria Bammel – Lassen Sie die Kirche im Dorf?

Shownotes

Christina-Maria Bammel ist die neue Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Mit Rundblick-Redakteur Niklas Kleinwächter spricht sie über prägende Momente ihres Lebenswegs, die Strukturreform ihrer Landeskirche und die Sorgen vor der AfD.

Passende Podcast-Folge:

Christian Calderone und Michael Lühmann – Wie viel Kirche braucht die Politik?

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00:00:01: Politik Nerds, ein Podcast vom Politik-Journal Rundblick.

00:00:34: Vor gar nicht vierundzwanzig Stunden eine Rolle gespielt in einem Gespräch mit Mitgliedern der Landesregierung, in Halle und zwar mit Mitglieder der Landesregierung Sachsen-Anhalt.

00:00:46: Und dort erzählte der Kirchenpräsident einer der Landeskirchen die dort in Sachsen Anhalt sind davon dass es eine Aktion geben wird das an den Kirchen das Plakat gehangen wird.

00:00:58: wir lassen die Kirche im Dorf denn das ist ein Anlegen.

00:01:02: Jedes Sprichwort hat eine tiefe Wahrheit in sich und die Kirche gehört ins Dorf.

00:01:07: Ja!

00:01:08: Über Sprichworte wollen wir heute nicht so viel reden, dafür aber über die Bedeutung der Ortsgemeinde.

00:01:13: So gesehen passt das ja sehr gut und die Aufgabe der Kirche im Gegenwart und Zukunft.

00:01:18: Aber zunächst begrüße ich unsere Hörerinnen und Hörern.

00:01:21: Ich freue mich dass ihr wieder dabei seid Politik Nutz Podcast anhört.

00:01:26: Mein Name ist Niklas Kleinwächter, ich bin einer von vier Redakteuren beim Rundblick dem Politikjournal für Niedersachsen und mein Gast heute ist Christina Maria Bammel die neue Landesbüschöfin der Evangelisch-Loterischen Landeskirche in Braunschweig.

00:01:39: Herzlich willkommen hier in Hannover.

00:01:41: schön dass Sie sich die Zeit nehmen.

00:01:42: Vielen Dank das sie mich eingeladen haben!

00:01:44: Ich bin gerne hier

00:01:45: Frau Landesbüsche.

00:01:46: im November wurden sie gewählt.

00:01:48: seit Mai sind sie jetzt Dienst.

00:01:51: Ende Juni sind sie offiziell ins Amt eingeführt worden, wir sprechen jetzt am achten Juli.

00:01:55: kurz zur Einordnung aber sind Sie denn jetzt eigentlich schon so richtig angekommen in Braunschweig beziehungsweise in Wolfenbüttel da wo er die Landeskirche ihren Sitz hat?

00:02:05: LandeskIRCHENAMT befindet sich in Wolffen-Büttl.

00:02:08: dort wohne ich auch mit enormer Freude!

00:02:11: Die Landeskbirche selber zwischen Bad Kandaseim, Goslar, Bad Harzburg, Blankenburg, Forsfelde Braunschweig, Helmstedt-Königslutter ist also größer als diese beiden Orte.

00:02:23: Ich komme dort an und bereise die Landeskirche für viele Gespräche.

00:02:35: Manchmal haben kann, wenn man an bestimmten Stellen in dieser Region steht.

00:02:39: Und ich finde, dieser Weitblick passt auch zu der Weithärzigkeit der Menschen die ich an allen Ecken und Enden treffe.

00:02:44: Ich bin mit einem großen Vertrauensforschuss in Empfang genommen worden.

00:02:49: Ich erlebe unfassbar viele Menschen, die engagiert ehrenamtlich beruflich sind, die sich mit Hingabe, mit einer Passion einsetzen für diese Kirche, Sie merken, ich habe unglaublich viel Wind unter den Flügeln und ich bin einfach nur begeistert jeden Tag, den ich in dieser Landeskirche unterwegs sein darf.

00:03:10: Das merkt man Ihnen an.

00:03:11: Sie begegnen vielen neuen Menschen.

00:03:13: Sie kommen ja gerade aus Berlin beruflich.

00:03:15: Man hat ganz der Lob gefragt.

00:03:17: was unterscheidet denn die Braunschweiger allgemein gesprochen?

00:03:20: Also die Christenmenschen in der LandeskIRCHE im Braunschwijk von denen in Berlin.

00:03:25: Berlin hat noch mal eine andere Herausforderung.

00:03:27: Die Landeskirsche Berlin Brandenburg schlesische Oberlausitz hat ja auch mit einer Spannung zu arbeiten zwischen einer großen Metropole, mit sehr viel Internationalität und gleichzeitig aus sehr ländlichen Regionen Brandenburg bis hinunter nach Sachsen.

00:03:41: Die Lausitz die Oberlausitz eben auch das sind nochmal andere Spannungsverhältnisse.

00:03:45: Menschen leben in der Metropolen Berlin noch mal in der ganz anderen Dichte.

00:03:50: Die religiöse Vielfalt fordert auch nochmal auf eine eigene Weise heraus.

00:03:56: soziale Spannungen spielen auch noch mal eine andere Rolle.

00:04:00: Aber als Landeskirche würde ich sagen, der Herausforderungen für den wir stehen sind sehr ähnliche.

00:04:07: Wir merken immer wieder und das nicht erst seit gestern herkömmliche Lösungen tragen nicht mehr einfach so.

00:04:14: Wir stehen von neuen Aufgaben.

00:04:17: Es gibt Umbrüche es gibt Abbrücher und da verbindet uns auch fast noch mehr als uns trennt.

00:04:24: Und das Zusammenspiel Ostwestlich, die europäischen Veränderungen von den globalen Veränderung anzusprechen – da schauen wir ja alle gemeinsam drauf!

00:04:32: Was ich sagen würde, was in der Braunschweigere Landeskirche mir so positiv ins Herz fällt ist, dass es eine sehr nachbarschaftliche Kirche ist auf die es ankommt, sie gut zu gestalten und hier lebe einen so beherzten Sinn von Pragmatismus.

00:04:50: Und ich würde auch mal sagen, wenn man erstmal ein Prozess angefangen hat, dass man da auch ganz treu mit umgeht oder dass man's hochprofessionell tut sowohl ehrenamtliche als auch berufliche... Dass diese drei PS springen mich hier sehr an, sehr pragmatisch, sehr prozessorientiert, sehr professionell.

00:05:06: über den Prozess wollen wir gleich noch ein bisschen reden.

00:05:08: Doch zunächst möchte ich noch ein wenig mehr von Ihnen erfahren, Sie besser kennenlernen!

00:05:12: Sie sind hier eigentlich eine neue Niedersächsinne also hier auch in diesem politisch-gierlichem Kosmos neu unterwegs.

00:05:19: Ich habe mir etwas angelesen da reicht ja schon Wikipedia.

00:05:22: sie sind aufgewachsen zumindest kurzzeitig haben sie gerade schon im Vorgespräch gesagt in Erfurt studiert haben sie in Marburg Berlin und Philadelphia.

00:05:31: Zuletzt waren sie nun, wie eben schon gesagt in Berlin tätig und zwar als Pröpstin des Kunsthistoriums der evangelischen Kirche Berliner Brandenburg-Schlesische Oberlausitz.

00:05:39: In einem sehr langen Namen kurz EQUO abgekürzt und dort leiteten Sie die Abteilung für theologische Grundsatzfragen und kirchliches Leben.

00:05:47: Das war jetzt nur ein ganz kurzer Abriss Ihrer beruflichen Lebensstation.

00:05:53: Was würden Sie denn aber sagen?

00:05:54: Welche Erfahrungen auf Ihrem Lebens- und Berufsweg haben Sie ganz besonders geprägt?

00:05:59: Es sind ganz verschiedene Erfahrungen.

00:06:02: Ich will auch eine Sache ergänzen, die vor allem steht ich bin Pfarrerin mit Leib und Seele.

00:06:08: Ich habe nach einer Zeit der wissenschaftlichen Arbeit an der Humboldt-Universität das mit fliegenden Fahren auch entschieden ins Fahramt zu gehen nach einer kurzen Zeit in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und dass der Weg dorthin von ganz besonderen Meilensteinen prägt worden ist von Menschen, die mich sehr geprägt und geformt und beeinflusst haben.

00:06:33: Das gehört eben mit dazu.

00:06:36: Eine sehr wichtige Erfahrung meines Lebens – es ist die Freiheitserfahrung, die kein Moment zu früh, kein Moment so spät gekommen war.

00:06:44: War der Herbst, neunzehnundachtzig und dann die Einheit, neuneinzehntneunzig.

00:06:54: Dieser Augenblick Dass ein Land sich so verändern kann und dass es einen solchen geschichtlichen Einschnitt gibt, der das Leben so vieler Menschen in er neues Licht stellt.

00:07:07: In eine neue Freiheit stellt.

00:07:09: Da habe ich mir voll und ganz von diesem Wunder... Ich bezweichen es immer noch als ein Wunder die Hände füllen lassen!

00:07:15: Ich habe Träume gehabt als vierzehn-fünfzehnjährige einmal in einem anderen Land studieren zu können andere Sprachen zu lernen als die vorgegebenen Menschen kennenzulernen, mit Menschen in Kontakt zu gehen die auf anderen Kontinenten sind.

00:07:30: Meine Meinung sagen zu können ohne Angst zu haben.

00:07:33: All diese Träume haben sich verwirklicht.

00:07:36: das ich nach neunzehntneinzig für viele Menschen auch andere Dinge verwirklicht habe.

00:07:42: dass mit den erfüllten träumen auch viele Unsicherheiten kamen vieler Abbrüche Das ist noch ein anderes Thema.

00:07:48: es wird mich auch hat uns auch familiär durchaus betroffen.

00:07:52: Allerdings, dieses große Wunder.

00:07:54: Diese Erfahrung macht mein Herz bis heute dankbar, dass es dann möglich war in den USA zu studieren und ein Land kennenzulernen mit einer Geschichte, mit einer Demokratiegeschichte.

00:08:08: jetzt über dreißig Jahre später sage ich noch einmal wie kostbar ist mir diese Erfahrung das sich Amerika auch so kennengelernt habe?

00:08:15: Wie ich es damals kennengelernet habe eine Interreligiosität die ich dort erlebt habe eine selbstverständlich gelebte Interreligiosität die mich nochmal in meiner eigenen evangelischen Identität sehr geprägt hat und sehr auf die Spur gebracht hat.

00:08:30: Eine Professorin, die ich dort kennenlernen durfte, die mich noch einmal auch in der feministischen Theologie auf ein Gleis gesetzt hat das mich bis heute im Grundeimentarier Katie Cannon Das sind so Meilensteine, die sehr wichtig gewesen sind auf dem Weg dorthin fahrerin zu werden und Seelsorgerin zu werden, in einer Stadt dann die gerade auch Brüche in sich trägt.

00:09:00: Und eine eigene Tempo, eine eigene Schnelllebigkeit mit sich gebracht hat.

00:09:08: Dort stand fest noch mal eine andere Lebensentwürfe, die mit gegenzusetzen und dabei gleichzeitig verschiedene Lebensent Würfe miteinander zu verbinden unter dem Dach einer Gemeinde.

00:09:19: Das ist etwas, was mich enorm herausgefordert hat.

00:09:21: Was mir enorme Freude gemacht hat und dann letztlich auch mit eine Grundlage dafür gelegt hat dass ich dann von dort das auch weitergehen konnte in die Behandlung theologischer Grundsatzfragen für eine Landeskirche.

00:09:33: Brüche also Umbrüche Aufbrüsche haben ihr Leben sehr geprägt.

00:09:36: Die Kirche selber ist jetzt ja auch im großen Umbruch.

00:09:39: der Kirchen schrumpfen überall suchen die Kirchen nun also nach einem Prozess der sie in eine neue Zukunft führen kann, in eine neue Rolle führen kann und eine neue Struktur führen kann ohne dass die noch da sind dadurch gekränkt werden oder sich vielleicht abgestoßen fühlen.

00:09:55: In Braunschweig fiel ja die Entscheidung für das künftige Modell noch bevor sie gewählt wurden eigentlich auf derselben Synode.

00:10:02: Es wurde beschlossen wo es weitergehen soll.

00:10:04: Der Prozess lief vorher dann gab es die Entscheidung fürs Modell.

00:10:07: ich glaube ein Tag später wurden Sie gewählt.

00:10:09: Entlastet sie das, weil Sie die Entscheidungen ja nicht herbeigeführt haben jetzt aber mit Umsätzen?

00:10:15: Oder belastet sie gerade eher die Bürde, dass jetzt umsetzen zu müssen wo sie am Prozess nicht beteiligt gewesen sind.

00:10:21: Dieser Prozess der Transformationen und des Zusammenarbeitens hat ja schon wesentlich früher begonnen Und während des Bewerbungsverfahrens, während der Kennenlerngespräche hat das natürlich eine Rolle gespielt.

00:10:35: Diese transformativen Schritte, diese Strukturanpassung und Veränderungen der gesamte Zukunftsprozess hat durchweg eine Rolle gespielt.

00:10:43: Das ist das was mich ja extra beflügelt hat und motiviert hat meinen Hut in den Ring zu werfen und tatsächlich auch nochmal einzutragen ich komme aus einer Landeskirche massive Umbrüche gegeben hat, schon seit Ende der neunziger Jahre verschiedene Zukunftsprozesse, verschiedene Transformationsprozese mit verschiedenen Ausrichtungen.

00:11:04: Ich trage diese Erfahrung gern ein.

00:11:06: also das hat mich eher gelockt gezogen und jetzt beflügelt es mich auch und mich bereits daran oder mich fasziniert daran dass diese Node das in einer Haltung macht oder ich habe zumindest dieser Haltung erkannt Die sagt, wir haben hier nicht das eine Modell.

00:11:23: Dass wir jetzt einfach mal über alles legen und dann wird das schon gut!

00:11:26: Wir haben hier ein super Rezept und alle kochen danach sondern wir wollen darüber auch... Wir sind committed, wir wollen diesen Weg gehen aber wir wollen ihn immer wieder im Konsens suchen den richtigen Weg.

00:11:40: Wir wollen ins Gespräch gehen Aber wir wissen wir haben einen Bild dass wir jetzt miteinander schärfen müssen.

00:11:47: Das Bild ist wie können wir lokal?

00:11:50: Lokal, Gemeinschaft leben.

00:11:53: Selbsttätige Gemeinde und gleichzeitig regional verantwortlich das tragen was man regional zusammen tragen kann?

00:12:01: Das ist etwas was hineinkommt in eine Zeit in der natürlich auch viele Gemeinden durch Fusionsbemühungen eine gewisse Erschöpfung erreicht haben.

00:12:12: Und das meine ich wenn ich sage herkömmliche Lösungen bringen uns nicht in die Zukunft.

00:12:16: wir brauchen also einen anderen Ansatz.

00:12:20: Dieser andere Ansatz, den hat diese Node gesucht und ich denke wir finden das auch weiter zusammen jetzt wie wir das schrittweise miteinander umsetzen können.

00:12:30: Und insofern sie haben davon gesprochen die noch da sind man kann das noch ein zweierlei Hinsichten lesen und hören.

00:12:38: es gibt einen Noch im Sinne auch von noch nicht.

00:12:43: Es ist vielleicht noch nicht dort wo wir Gemeinschaft am Ort sein können, wohlbehalten, vital und noch nicht das Bild da wie regional verantwortet werden kann.

00:12:55: Und auf dieses Noch-Nicht-Hin arbeite ich gemeinsam mit vielen hoch engagierten Freiwilligen, gemeinsam mit viel beruflichen.

00:13:03: Und allen miteinander ist klar.

00:13:07: Kleinteiligkeit ist nichts die Zukunft.

00:13:10: Wir können nicht nur kleinteilig weiterarbeiten und wir können auch nicht nur jeder für sich sondern wir brauchen Kooperativität, solidarisches Miteinander denken.

00:13:20: Und das sind so die Linien, die mich sehr fasziniert haben von Anfang an.

00:13:24: Schauen wir doch mal kurz auf die Grundstruktur, die man sich jetzt überlegt hat in der Landeskirche Braunschweig.

00:13:30: dazu gehören derzeit twohundertsechzig Gemeinden in elf Probstein verteilt zwischen Hartz und Heide.

00:13:38: künftig sollen aber nur noch vier dieser Probsteinen übrig bleiben also von elf runter auf vier.

00:13:44: In jeder dieser Propsteien soll es dann nur noch vier sogenannte Regionalgemeinden geben.

00:13:50: Jetzt ist die Hoffnung, dass der Zusammenschluss zu den vier mal vier Regionalgemeinten vor Ort selbstbestimmt funktioniert.

00:13:58: Bis zwanzig zweundviertig sollen aber diese Propstein auch aufgelöst werden so das am Ende nur noch die Landeskirche und sechzehn Regionalgemeinen übrig bleiben.

00:14:07: habe ich das erst einmal richtig verstanden?

00:14:09: Und der Linie hier ist das, tatsächlich was diese Node nach einem langen Prozess auch der theologischen Diskussion.

00:14:18: Was haben wir eigentlich für einen Auftrag als Kirche?

00:14:21: Tatsächlich so als Eckpunkte gefunden hat.

00:14:24: dabei ist der Synode und allen die schon seit längerem daran arbeiten ja auch eines sehr wichtig Wir wollen uns nicht erschöpfen in kirchlicher Selbstverwaltung.

00:14:38: Vielzahl ist zur Weitung wie notwendig und so wenig wie möglich.

00:14:42: Und dass Gemeinden auf der regionalen Ebene größer sind, das ist die Regionalebene der Schirm, der ermöglichen soll, dass Gemeinten lokal aktiv sein können – vital sein können!

00:15:00: Und damit meine ich jetzt auch, und jetzt weite ich ein bisschen den Blickblick es geht nicht nur um einen Kirchturm sondern Gemeinde entsteht auch dort Manchmal auf Zeit, manchmal nur um ein bestimmtes Projekt herum.

00:15:11: Gemeinden steht auch dort wo Kitas sind.

00:15:15: Wo ein Krankenhaus ist und eine Struktur von Ehrenamtlichen unter der Leitung einer professionellen Seelsorgerin ist.

00:15:22: also gibt mehr kirchliche Orte als die Gemeinde am Kirchturm Und die alle unter einem Schirm des regionalen Leidens.

00:15:31: darum geht es.

00:15:33: Die Propsteien sind wiederum deshalb da, weil dort administrative Dinge so gemeinsam getragen werden können das dann auch möglich ist mehr Professionalität finanzieren zu können.

00:15:44: Und diese Professionalität kann dann wiederum Fahrpersonen entlasten?

00:15:49: Wenn heute nämlich Fahrperson sagen ich breche unter der Last von siebzig-achtzig Prozent Geschäftsführung oder Administration zusammen und ich komme nicht dazu mein eigentliches zu tun Gemeinschaft zu feiern Zeiten fürs Gebet für die Lebensbegleitung anzubieten, Seelsorge anzubeten.

00:16:06: Seelsorg ist die Muttersprache unserer Kirche!

00:16:08: Ich komme nicht dazu.

00:16:09: Dann müssen wir das ändern und das wird ermöglicht wenn wir Ressourcen zusammenlegen um da professionelle Unterstützung zu leisten.

00:16:16: Das heißt nicht dass es keine Professionalität an den lokalen Orten gibt.

00:16:21: Die braucht es auch.

00:16:23: Und wie gesagt professionalität steckt sowohl in der Ehrenamtlichkeit als auch in der Beruflichkeit.

00:16:27: Beides miteinander verbinden, dass regelokale Denken Lokalt stärken, regional unterstützen.

00:16:34: Darum geht's!

00:16:35: Ja Sie haben es richtig verstanden.

00:16:37: Ist

00:16:37: das denn nun ein Prozess der besonders innovativ ist?

00:16:41: Vielleicht haben sie da einen anderen Blick.

00:16:42: Sie kommen aus einer anderen Landeskirche.

00:16:45: Sie haben vielleicht auch einen EKD-Blick den ich hier in Hannover sitzen so nicht habe.

00:16:50: Ist da die LandeskIRCH im Braunschweig schon besonders weit?

00:16:54: oder ist das auch etwas wo gerade Kirchen in Westdeutschland ganz viel lernen können davon, wie das in Ostdeutschein schon seit den vergangenen dreißig Jahren diskutiert wurde?

00:17:03: Ja.

00:17:03: Ich glaube im Osten unseres Landes haben wir sicherlich einen gewissen Problemvorsprung in den vergangenen Jahren gehabt.

00:17:11: wenn sie mit Gemeinden arbeiten die mit der Wirklichkeit konfrontiert sind dass die evangelische Mitgliedschaft bei sieben Prozent oder bei zehn Prozent ist in einer Stadt und einem Dorf oder noch weniger Wenn sie anders arbeiten mit einer wirtschaftlichen Kraft in bestimmten Regionen, dann sind das natürliche Herausforderungen.

00:17:32: Da kann man schon eine Menge lernen.

00:17:34: Ich glaube dass Braunschweig durchaus eine Menge Beherztheit in den Sprung jetzt gelegt hat weiter zu denken als bis zum Ende des Jahrzehnts und... Das Innovative ist immer dann, wenn man sagt wir könnten noch so weitermachen wie bisher.

00:17:52: Aber wir bereiten uns heute schon auf morgen vor, wir antizipieren Zukunftsszenarien und bereiten es uns darauf vor Wir denken über unsere Generation hinaus.

00:18:02: das halte ich für unglaublich unterstützenswert.

00:18:06: Und ob jetzt das innovativ passt oder nicht?

00:18:11: Also das ist das entscheidende dabei.

00:18:14: Ich halte auch für sehr, sehr wichtig dass wir nicht einfach nur Strukturen nochmal ein bisschen anpassen und noch mal ein bisschen anfassen sondern schon etwas mehr weiten.

00:18:25: Und dann davon auch erzählen wo es gelingt.

00:18:27: Es gibt Probstein die eine solche Stärkung der Regionalebene bereits eingeführt haben gesagt haben Wir sind jetzt alle gemeinsam Einvorstand über hundert!

00:18:37: Wir sind nun gemeinsam ein Vorstand.

00:18:39: Wir denken jetzt als eine Gemeinde.

00:18:41: Wie kann das gehen?

00:18:43: Was brauchen wir da, was ist dann... Lasst uns Erfahrung sammeln.

00:18:46: Forsfeld ist ein Beispiel dafür und die Erfahrungen sind gute Erfahrungen, die werden miteinander geteilt.

00:18:51: es werden auch die Schwierigkeiten erzählt weil Veränderung auch immer einen gewissen Abschiedsmärz bedeuten aber und weil sie auch Ängste auslösen und wir alle haben gewisse Verlustaversionen.

00:19:04: Wir können alle Geschichten davon erzählen was wir alles schon verloren haben Und dass verlieren auch immer blöd ist.

00:19:09: Aber manchmal gibt es im Verlieren auch etwas, was wir gewinnen können.

00:19:13: Und manchmal ist das eben der Blick über die eigene Gemeinde hinaus und dafür zu werben – ich finde, dass gebt diese Landeskirche in einer sehr, sehr guten Weise an.

00:19:23: Das ist jetzt auch Ihr Ansatz um mit Menschen umzugehen, die gerade Verlust empfinden und deshalb Widerstand formulieren oder Widerstand formieren gegen diesen Reformprozess?

00:19:33: Wenn Sie mit Widerstand meinen, dass Anfragen gestellt werden.

00:19:36: Dass Skepsis stark zum Ausdruck gebracht wird.

00:19:39: Dass Rückmeldungen gegeben werden.

00:19:41: Das Enttäuschung geteilt werden, sage ich ja.

00:19:43: Genau das gehört alles dazu.

00:19:45: Das gehört zu Change-Prozessen.

00:19:46: Zweifel gehört dazu.

00:19:48: Irritationen gehören dazu.

00:19:50: Auch die Frage also welches Bild haben wir jetzt eigentlich?

00:19:54: Ihr sprecht davon... dass hier noch eine Menge Senfkörner sind, die erst nochmal blühen und wachsen müssen.

00:20:05: Und dann sprecht ihr davon das am Baum, die Ortsgemeinden, diejenigen sind, Die eigentlichen Früchte dieser ganzen Veränderungen sind.

00:20:12: Was heißt es denn jetzt konkret?

00:20:14: Werde ich das Geld haben dafür um unser fantastisches Krippen-Spiel was wirklich zwei Monate lang ein absolutes Event ist schon allein in der Vorbereitung unserer Gemeinde.

00:20:25: Ja oder nein?

00:20:26: Werde ich die Verantwortung haben für den Friedhof.

00:20:30: Ja oder Nein, sagt mir wie es ist und wir können so viele Fragen wie möglich beantworten.

00:20:35: Es gibt ja auch eine ganze Fragensammlung über fast zwei Hundert Fragen haben sich in diesem Prozess ergeben.

00:20:40: Die müssen beantwortet werden.

00:20:42: dafür gibt es etliche Arbeitsgruppe, die daran arbeiten und gleichzeitig gibt es noch nicht für alles und jedes ein fertiges Antwortsetting.

00:20:51: Und in dieser Spannung jetzt zusammen unterwegs zu sein, auch zu ermöglichen dass wir noch kommunikativere Formate miteinander haben.

00:20:59: Dass es nicht einfach nur Info-Vanstaltungen gibt wo wir sagen als Node, als Nohnvertretung, als Kirchenregierung, als Beschöpfel, als Wandelskirchenamt so könnte das ungefähr gehen sondern wo es auch Gespräch untereinander geht.

00:21:13: Die einen haben schon ein Bild wie es ungefähr sein könnte die anderen nicht.

00:21:16: und dann sagt der dritte Sag mal, ist das denn so dass ich mich lokal engagieren kann aber auch regional?

00:21:22: oder ist es ausgeschlossen?

00:21:23: Natürlich ist es nicht ausgeschlossene.

00:21:24: Aber wenn du deine Gaben lieber dort einbringen möchtest tu das.

00:21:27: wir wollen das ermöglichen.

00:21:28: So darum geht es und insofern Widerspruch Fragen Skepsis Kritik.

00:21:35: Jetzt sind sie jetzt sind Sie dran Und jetzt werden sie miteinander bearbeitet.

00:21:41: Wir haben ein fantastisches Büro für die Zukunftsprozess, wo schon seit Jahren engagiert an diesen Fragen gearbeitet wird.

00:21:50: Und damit sind wir natürlich noch nicht fertig.

00:21:53: Denkt man diesem Prozess jetzt noch weiter?

00:21:55: Vielleicht über die Grenzen der Landeskirche im Bronzeberg hinaus stellt sich ja vor allem für uns hier in Hannover mal wieder die Frage braucht es eigentlich noch so viele evangelische Landeskirschen in Niedersachsen?

00:22:06: also das ist das verschredene F-Wort, die Frage nach der Fusion der evangelischen Kirchen in.

00:22:13: Ich habe mir mal sagen lassen, in der Landeskirche Hannover wird man das niemals fordern.

00:22:17: Denn da sind die Großen und wenn sie das sagen ist es sowieso verbrannt.

00:22:21: Aber es ist nicht der gleiche Gedanke zu sagen wir haben zu viele Gemeinden, zu viel Struktur, zuviel Verwaltung, zuviele Kirchenämter für immer weniger Mitglieder.

00:22:29: Und wäre das dann nicht folgerichtig zu sagen?

00:22:30: Wir brauchen auch ein Prozess, der dahingeht.

00:22:33: WSWC-Strukturfragen, Strukturabbaufragen, Стrukturvereinfachungsfragen gehören auf die landeskirchlichen Ebenen gehört auch auf die EKD-Ebene Gehört auch dorthin, wo schon verschiedene Modelle gut laufen.

00:22:48: und wohin kann man diese Modelle weiterentwickeln?

00:22:50: Ich erlebe jetzt hier in Niedersachsen ein ganz fantastisches Modell.

00:22:54: Diese Konfideration die ja... Und das ist etwas was ich von Anfang an auch in den Bewerbungs- und Kennenlernen Gesprächen immer wieder erfragt habe.

00:23:02: Wo können wir diese Zusammenarbeit vertiefend verdichten noch stärker routinisieren, noch besser miteinander die Lasten tragen?

00:23:11: Da gibt es die etwas kleineren Geschwister, da gibt es sie etwas größeren Geschwisters.

00:23:16: Aber ich finde Kirche ist auch dafür bekannt dass sie mit diesen Modellen durchaus gut und kreativ umgehen kann.

00:23:24: Ja diese Fragen wie können wir auf dieser Ebene Strukturen vereinbaren?

00:23:29: Die werden kommen!

00:23:31: Und wenn alle Gremien da einen guten Konsens miteinander haben gehen wir darauf zu.

00:23:38: jetzt geht das erst mal darum die Transformationsschritte, die die Landeskirche ins Auge gefasst hat.

00:23:46: Die sie vorhatte worauf sie committed ist miteinander anzugehen.

00:23:50: Das zu nutzen dass wir eine kompakte LandeskIRche sind, die eine Menge Kraft bündeln kann das zu erreichen was wir uns davor genommen haben und dann schauen wir auf die nächsten Schritte.

00:24:05: über die Grenzen hinwegzuschauen, ist vielleicht die Überleitung der Stichwort für den nächsten Themenblock.

00:24:12: Ihre Landeskirche reicht ja sogar bis nach Sachsen-Anhalt hinein.

00:24:15: Es gibt da zwei Ex-Klaven Kalförde und Blankenburg.

00:24:19: Wie sehr beschäftigt sie denn vor diesem Hintergrund die Anstehende Landtagswahl?

00:24:24: Die Anstehnende Landtagswahl beschäftigt mich, beschäftigt uns sehr aber nicht erst die Wahl.

00:24:31: Demokratie ist mehr als wählen gehen.

00:24:34: Demokratie bedeutet Beteiligung, Mitwirkung und viele Menschen aus den kirchlichen Kontexten aus der evangelischen Kirche engagieren sich.

00:24:44: Vernetzen sich sind Teil von Bündnissen, von demokratischen Bündnis.

00:24:48: Wenn es darum geht auch Demokratiefeste zu organisieren Zeichen zu setzen dann sind auch die Kirchengemeinden dabei.

00:24:59: Ja, die anstehenden Wahlen beschäftigen mich.

00:25:01: Aber mich beschäftigt auch im Vorfeld und das schon länger.

00:25:08: Woher eigentlich diese Radikalisierung bei einem Anteil von Menschen in unserem Land kommt?

00:25:17: Welche Ursachen das hat?

00:25:19: Woher kommt die Radikalisierung in der Sprache?

00:25:22: Wo herkommt die Radikalisierung in ausgrenzenden Gesten und Grenzverschiebungen.

00:25:30: Wir wissen alle Studien sagen, ja es hat auch mit einem Anteil von seelischer Verarmung zu tun – mit Frustrationen, mit Ressentiments!

00:25:40: Ich bin nicht dazu berufen, abschließende Analysen zu geben aber die Frage treibt mich um.

00:25:46: Und mich treibt die Frage um was können wir als eine von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Kräften tun?

00:25:51: Als eine Kraft, die sich sorgt um die Seele von Stadt und Land, von Gemeinschaft und den Einzelnen.

00:25:59: Und ich glaube das was wir tun können als Kirche ist offene Räume zu schaffen Gespräch anzubieten Lebensbegleitung anzubeten.

00:26:07: Es nimmt nicht Wunder dass gerade Beratungsstellen Lebensberatungsstellen die höchste Nachfrage haben in unser Landeskirche.

00:26:17: Das ist gefragt.

00:26:18: Seelsorge ist gefragt.

00:26:19: Seelsorge als die Muttersprache der Kirche Das ist gefragt.

00:26:23: Aber auch wie schaffen wir das, als fröhliche Christenmenschen gelassen und wach standfest zu bleiben?

00:26:33: Dort wo es darum geht zu sagen diese Partei ist nicht wählbar.

00:26:41: Gleichzeitig sehe ich auch dass wir das an verschiedenen Themen immer wieder konkret ins Gespräch bringen müssen.

00:26:51: Mich erschreckt, in welcher manchmal verharmlosenden Weise Dinge formuliert werden.

00:26:58: Zum Beispiel im Wahlprogramm der AfD aber die Grundton darin ein anderes.

00:27:04: Wenn davon gesprochen wird das Engagement unterstützt werden soll bei allen Vereinen, die eine patriotische Grundhaltung haben dann gehen wir alle Alarmglocken an und es geht bei mir alle alarmglockern an.

00:27:16: wenn Menschen meinen ja lasst sie doch mal machen, dann entlarven Sie sich selber.

00:27:22: Ich traue dem nicht!

00:27:26: Aber ich habe Vertrauen in eine Gesellschaft die weiß dass es sich besser gemeinsam lebt wenn wir teilhaben lassen.

00:27:35: alle egal woher sie kommen, egal welche Gaben und Handicaps hier einbringen, egal welche soziale Voraussetzungen sie mit bringen Das Teil habe, das Respekt.

00:27:46: Dass Würde eine Gesellschaft wachsen lässt und dieses in Frage zu stellen – eine Gesellschaft eher

00:27:54: vergiftet.".

00:27:56: Die AfD in Sachsen-Anhalt positioniert sich in ihrem Regierungsprogramm wie sie es nennt, auch deutlich zur Kirche.

00:28:03: Und zwar wird er unter anderem gefordertes Kirchnasyl oder die Staatskirchenleistungen sein zu lassen einzustellen.

00:28:10: Das sind jetzt zwei Positionen, wo es sehr deutlich um die Kirche geht.

00:28:13: Ich würde sagen eben noch keine extremen Position.

00:28:15: Also das Kirchenasyl ist auch in Niedersachsen sehr umstritten also auch in der politischen Mitte umstritt wie es ausgestaltet werden soll.

00:28:23: ich würde sagen man hat sich auf einen Konsens geeinigt aber wir hatten im vergangenen Jahr noch Fälle wo es brüchig wurde wo es kritisch diskutiert wurde Staatskirchenleistung dass eigentlich abgeschafft oder abgelöst werden sollen, ist Auftrag des Grundgesetzes.

00:28:40: nur die politische Einigung dazu fehlt.

00:28:42: Sind das aus Ihrer Sicht aber Positionen, die deutlich machen dass sich die AfD gegen die Kirche als solche positioniert?

00:28:48: Die Positionierung der AfD gegen Landeskirchen geht ja weit über das was sie genannt haben hinaus.

00:28:56: wenn es diese... Dass das abwertende Reden darüber gibt, die Kirchensteuerkirche dann sind das ja immer wieder abwertende Rhetoriken, die da etwas Mühe bemachen wollen.

00:29:16: Wo ich sehr deutlich und sehr klar dagegen stehe.

00:29:19: Und zwar erstens Das was wir als Kirchen miteinander für den gesellschaftlichen Zusammenhalt tun und leisten.

00:29:29: Das läuft deshalb, weil sich Menschen dafür committen, weil sie ihre finanzielle Kraft dort einbringen.

00:29:37: Weil Sie diese Option gewählt haben ohne diese Arbeit im Bereich von Kirche in Kontaktzeichen und nur wo die Kontaktflächen sind oder Angebote für Jugendliche, für Kinder, für Senioren, Angebote für Menschen in Krankenhäusern wie auch in Gefängnissen.

00:29:59: Ohne all diese Angebote wäre eine Gesellschaft weitaus ärmer, das heißt nicht dass wir unsere Daseinsberechtigung daraus beziehen ganz und gar nicht.

00:30:08: Kirche ist eine jahrhunderte lange präsente Einrichtung die sich darauf konzentrieren muss da zu sein Für die Menschen dann wenn sie gebraucht wird Wenn es beispielsweise darum geht Trauer in Katastrophenzeiten genauso zu teilen wie das Glück und den Alltag.

00:30:26: Und Lebensstation von einzelnen Menschen, wenn dass nicht wäre, wäre es sehr viel Ärmer in einer Gesellschaft.

00:30:34: Wenn das nicht wäre – dass Menschen immer wieder davon sprechen was heißt es eigentlich?

00:30:39: Dass wir aus Gnade das sind, was wir sind.

00:30:42: Das teilen Christen!

00:30:45: Sie tun das an der säkularen Gesellschaft die sie fröhlich bejahen und anerkennen als ein Teil von vielen verschiedenen anderen.

00:30:53: Diese Vielfalt miteinander zu leben, die sehe ich gefährdet wenn extreme Kräfte dieses so mürbe machen.

00:31:04: und mir geht es jetzt nicht um Institutionen erhalt.

00:31:07: Institution sind alle durchaus gerade sehr angefragt.

00:31:11: Die Kirche ist da nicht die einzige.

00:31:12: Wir haben eine Vertrauenskrise in viel mehr Institution als der Kirche Und wir haben Bruchprozesse.

00:31:19: Aber das Möbel zu machen, indem man mit den Ängsten und dem Ressentimon von Menschen spielt – da sage ich nochmal nein.

00:31:27: Sie haben in der Equoria schon einige Erfahrungen damit wie man mit AfD-Wählern umgehen kann, umgehen sollte weil die AfD einfach im Osten Deutschlands schon viel länger, viel stärker ist.

00:31:39: Welche Erfahrungen sind das denn?

00:31:41: Was würden sie sagen, wie man dann mit den AfD Wählernen umzugehen hat?

00:31:44: Das Gespräch suchen immer wieder!

00:31:46: bei jeder Gelegenheit in allen Möglichkeiten und Nachfragen.

00:31:52: Nachfragen, warum Menschen welche Schlussfolgerungen ziehen?

00:31:58: Manchmal hat es damit zu tun dass infrastrukturelle Dinge abgebaut worden sind das Verunsicherung sich so breit macht.

00:32:07: wenn die Gesundheitsversorgung soweit weg ist wer soll mir dann noch helfen?

00:32:13: Vereinsammlung Einsamkeit ist ein Riesenthema und dass das auch eine politische Dimension haben kann.

00:32:21: Das ist uns oft genug vor Augen geführt worden, und es erlebe ich immer wieder Rollenbilder die plötzlich in Zwanken gekommen sind.

00:32:29: Rollen Bilder Männer Frauen Auch was das für Irritation auslöst all dieses immer wieder miteinander zu thematisieren.

00:32:44: Nichts schönreden.

00:32:46: Es ist nicht schön zu reden, dass beispielsweise Veränderungen auch in solchen Landschaften wie der Lausitz, dass diese Veränderung auch schmerzhafte Einschnitte gewesen sind und dass niemand das Recht hat irgendwo ein gelobtes Land zu versprechen durch ein paar Strukturveränderungen ernst nehmen glaubwürdig bleiben und gleichzeitig Auch ehrlich darüber sein, dass nicht eine mit eindeutigen Lösungen plötzlich von heute auf morgen den Schalter umlegt.

00:33:20: Diese Welt ist überkomplex und alles was wir tun können in diesen Überkomplexitäten Handlungsspielräume zu schaffen damit Menschen auch wieder Wirksamkeit erleben Und das ist schon ein großer Schritt.

00:33:31: Im Verhältnis zur AfD hat sich die Kirche gerade sehr deutlich positioniert und durch die Leitenden geistlich in der Kirche deutlich positionieren.

00:33:38: Gleichzeitig wird ja sehr kontrovers diskutiert, wie politisch Kirche sein soll.

00:33:42: Wie politisch oder parteipolitisch vor allem Kirche sich äußern soll?

00:33:46: Ich erinnere da an die Diskussion, die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner im vergangenen Jahr noch einmal angestoßen hat.

00:33:52: Da ging es um Fragen zu Tempolimit wo sie meinte, dass da sollte ich die Kirche bitte raushalten.

00:33:57: Die Kirche hat sich damals dazu geäußert weil das auch eine Klimaschutzfrage gewesen ist.

00:34:00: So kann man das durchdiskutieren.

00:34:02: Dann möchte ich kurz dran erinnern für unsere Hörerinnen und Hörern, dazu gibt es eine Podcast-Folge mit den Landtagsabgeordneten Christian Calderon und Michael Lühmann aus dem vergangenen Jahr.

00:34:10: Die werde ich in den Shownotts noch mal verlinken, das ist vielleicht ganz passend zu diesem Thema.

00:34:15: aber jeder zurück zu unserem Gespräch.

00:34:17: wie sehen Sie das denn?

00:34:19: Wie stark politisch muss sich denn die Kirche einbringen?

00:34:21: Erst einmal sind wir das Team Evangelium.

00:34:23: ums Mal mit Zitat von Michael Herbst so sagen Wir sind das Team evangelium Diejenigen, die sagen Glaube ist nicht nur eine Privatsache und nicht nur etwas für die Innerlichkeit.

00:34:35: Da gehört es auch hin.

00:34:37: aber das was den Glauben auch ausmacht ist dass er darauf drängt Nicht nur die Welt anders zu sehen sondern sie vielleicht auch zu verändern.

00:34:46: Und dann bin ich bei der Sorge für die Polis also für die Politik.

00:34:51: Wir sind auch mit eine der Kräfte, die auf gute Weise vielleicht dafür sorgen kann, dass politisches Gutes miteinander möglich ist und das dort unterstützt wird wo vielleicht Brücken gebaut werden müssen.

00:35:04: Wo Balancen neu gefunden werden müssen, wo schwierige Situationen ausgehandelt werden müssen.

00:35:09: nicht kommen aus einem Land in den Wendezeiten runde Tische sehr wichtig geworden sind.

00:35:19: und nicht von ungefähr waren Vertreterinnen und Vertretern aus kirchlichen Zusammenhängen mit an diesen Tischen.

00:35:25: Der Gedanke von runden Tischen ist etwas, was zur Politik-Ermöglichung auch gehört – Brücken bauen!

00:35:32: Und gleichzeitig auch dabei nicht vergessen wir stehen nicht auf irgendeinem moralisch höheren Berg und winken mit dem Zeigefinger.

00:35:41: ganz und gar nicht sondern anwaltlich und standfest müssen wir dort sein wo Menschen zu wenig Gehör bekommen, wo Menschen vielleicht übersehen werden wo ein Schmerz nicht ausreichend mit eingespeist wird in die Debatten und Diskussionen.

00:35:58: Da geht es darum politisch anweiglich auch einzutreten, aber nicht von dem hohen moralischen Berge herunter – ganz und gar nicht!

00:36:19: diskutierten Themen weiter im Blick und für heute sage ich herzlichen Dank für dieses Gespräch.

00:36:23: Ihr Herzlichen Dank Ihnen!

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