Julia Hamburg – Was ändert sich in der Oberstufe?

Shownotes

Ab dem Schuljahr 2028/29 soll der Weg zum Abitur ein anderer sein. Mehr Wahlfreiheit, andere Prüfungungsformen. In dieser Folge vom Politiknerds-Podcast spricht Rundblick-Redakteur Niklas Kleinwächter mit Niedersachsens Kultusministerin Julia Hamburg (Grüne) über die Reform der gymnasialen Oberstufe und wie sich die Pläne seit der Vorstellung der ersten Eckpunktepapiere verändert haben.

Im Podcast-Gespräch erwähnen wir eine Podcast-Folge mit Christoph Rabbow vom Philologenverband. Die kann hier nachgehört werden:

Christoph Rabbow – Wo steht das Gymnasium in zehn Jahren?

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00:00:01:

00:00:09: Welches Fach haben Sie eigentlich abgewählt, sobald sie es konnten?

00:00:13: Russisch tatsächlich.

00:00:15: Das war meine zweite Fremdsprache und bei mir war das so – ich hatte ganz viele Muttersprachler im Kurs und war eine von zwei Nicht-Muttersprachtlern.

00:00:23: und dann ging das ab dem ersten Tag so los dass wir immer ausgelacht wurden für die Aussprache.

00:00:28: Und denen war furchtbar langweilig!

00:00:30: Das war ein Lernklima, das war nicht so förderlich.

00:00:32: Jetzt haben wir eine nächste Frage gewesen.

00:00:34: Welche Fremdsprache haben Sie eigentlich in der Schule gelernt?

00:00:36: Aber das war dann neben Englisch nur russisch?

00:00:39: Genau, das war russische!

00:00:40: Und in welcher Klasse konnten sie es abwählen?

00:00:42: In den Elften.

00:00:43: Bei mir war's übrigens Physik.

00:00:45: Das war das erste Fach, dass ich abgewählt habe Danach dann Chemie.

00:00:49: Das gibt vielleicht so'ne Richtung vor.

00:00:51: Meine zweite Fremdsprache war Latein die ich bis zum Abitur durchziehen musste auch wenn ich es lieber nicht getan hätte Genick gebrochen, aber es hat geklappt.

00:01:01: Liebe Grüße gehen raus an Herrn Schulze der mich durch das Latein-Abitur getragen hat.

00:01:07: Sie haben im Jahr vier Abitur gemacht.

00:01:08: bei mir war das Zehntausendzehn.

00:01:10: seitdem hat sich einiges getan.

00:01:12: jetzt tut sich noch mehr.

00:01:13: wir wollen heute über ihre Pläne zur Reform der Gymnasialen Oberstufe sprechen Aber zunächst begrüße ich unsere Hörerinnen und Hörern zu einer neuen Folge von Politik Nerds Podcast.

00:01:23: Mein Name ist Niklas Kleinwichter Und Ich Bin Einer Von Vier Redakteuren Beim Rotblick dem Politikjournal für Niedersachsen.

00:01:29: Mein Gast heute ist Nieder-Sachsens Kultusministerin Julia Willi.

00:01:32: Hamburg von den Grünen, schön dass Sie da sind und sich die Zeit nehmen!

00:01:36: Ja ich freue mich sehr wieder hier zu sein.

00:01:39: Frau Ministerin sie wollen die gymnasiale Oberstufe grundlegend reformieren.

00:01:43: warum eigentlich war die alte nicht mehr gut?

00:01:46: Wir haben die letzte Oberstufenverordnung aus dem Jahr zwei tausend fünf das muss man sich mal vorstellen.

00:01:52: damals gab es noch überhaupt keine Smartphones damals gabes keine KI.

00:01:56: Damals waren einfach die Zeiten ganz, ganz andere und auch die Anforderungen an Schule waren andere.

00:02:01: Und insofern brauchte diese Verordnung dringend ein Update und das haben wir jetzt auch sehr grundlegend getan.

00:02:07: Welche übergeordneten Ziele verfolgen Sie denn mit dieser Reform?

00:02:11: Für uns war am wichtigsten die Frage wie geben wir den Schülerinnen und Schülern die größtmögliche Wahlfreiheit damit sie sich wirklich auch schon spezialisieren können auf das was sie später einmal machen wollen?

00:02:23: Und gleichzeitig war für uns natürlich wichtig, dass wir die Leistungsanforderungen weiter hochhalten und hier gucken wie auch die Schule das Abitur gut organisieren kann.

00:02:32: Weil wir natürlich vor Ort immer wieder auch das Feedback bekommen haben, dass diese Abiturfasen einfach überhaupt gar nicht gut händelbar sind in ihrer Organisation und im Umfang.

00:02:41: Das sind die Ziele.

00:02:42: ein Anlass war ein anderer nämlich einen Beschluss der Kultusministerkonferenz im Jahr zwanzig dreiundzwanzig wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

00:02:49: Was hat man denn damals entschieden und warum hat das dazu geführt, dass Sie gesagt haben?

00:02:53: Ja dann gehen wir es jetzt mal so richtig an.

00:02:54: Amats

00:02:55: gab es einen Gerichtsurteil – das war schon viel, viel älter hetzt der Beschluss!

00:03:00: Und er hat gesagt, das Abitur in den Ländern ist nicht vergleichbar.

00:03:03: Das heißt wenn sich eine Schülerin oder ein Schüler aus Sachsen oder aus Bremen bewirbt, dann hat ja nicht das gleiche Abiturt gemacht wie in Niedersachsen und deswegen ist auch dies Anwenden eines Numbers Klausus eigentlich nicht gerecht.

00:03:15: Das heisst die Kultusministerkonferenz hat beschlossen Belegverpflichtung, also die Kurse, die man im Abitur belegen muss.

00:03:22: Viel viel enger beieinander liegen muss, dass nicht einige Schüler viel mehr Stunden haben als andere Schüler und so weiter.

00:03:28: Und hier wurde auch noch einmal eingegrenzt wie viele Fächer müssen eigentlich belegt werden aus welchem Bereich?

00:03:34: Also Gesellschaftswissenschaften künstlerisch musisch

00:03:37: usw.,

00:03:38: um hier einfach die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

00:03:41: Sie haben sich jetzt nicht im Ministerium hingesetzt und am Geisbrett die neue Oberstufe entworfen, sondern sie haben die gängigen bekannten Brustverbände Interessengruppen in Vorfeld eingeladen.

00:03:50: Es gibt sehen Sie doch mal bitte wie Sie da vorgegangen sind denn das ist ja jetzt ein sehr langer Prozess der schon dahinter liegt.

00:03:56: Ja wir arbeiten ganz stark im Kultusministerium mittlerweile aus der Praxis heraus.

00:04:02: also wir laden sehr früh Expertinnen und Experten Verbände ein um zu gucken Wie würdet ihr das denn machen?

00:04:08: Und wenn wir das jetzt angehen, was braucht ihr den ganz konkret.

00:04:11: Das bewährt sich meines Erachtens sehr und das haben mich hier in diesem Prozess sehr grundlegend gemacht.

00:04:17: Wir haben direkt zu Beginn alle Verbände die das betrifft eingeladen übrigens nicht nur die sondern auch Oberstufenkoordinatoren.

00:04:24: Das sind die an den Schulen diese ganzen Planungen machen vor Ort und deswegen auch Experten sind und haben mit denen ganz wild gerechnet haben überlegt Was sind dann eigentlich die besten Grundvoraussetzungen haben das mit Schülern Eltern und Lehrerverbänden diskutiert.

00:04:39: Und insofern ist das wirklich ein gemeinsam entwickeltes Gesamtergebnis aus der schulpraktischen Brille, wie wir denn am besten jetzt künftig das Abitur gestalten?

00:04:48: Das erlebe ich jetzt auch.

00:04:49: wenn ich mit diesen Verbänden im Gespräch bin kriegt man da mit dass es so eine Identifikation mit dieser Oberstufenreform gibt.

00:04:56: Denn sie haben ja von Anfang an daran mitgewirkt Anders als Politik früher funktionierte, würde ich sagen.

00:05:02: Sonst hat ein Ministerium etwas vorgelegt, dann ist es das normale Verfahren gegangen bei dem natürlich auch irgendwann Verbände angehört werden aber sehr viel später und da hat man versucht was zu korrigieren.

00:05:10: Sie haben das jetzt vorgelagert.

00:05:12: Wie wird denn auch das Parlament an diesem Verfahren noch beteiligt?

00:05:16: An der Verordnung wird das Parlament nicht beteiligt.

00:05:18: Das ist ja eine Sache der Exekutive an der Stelle und wir haben natürlich auch dort Stimmungslagen eingefangen, so ist es nicht.

00:05:28: aber dieser Arbeitsprozess war tatsächlich mit den Verbänden Übrigens interessanterweise natürlich vor allem mit den übergeordneten Lehrerverbänden, nicht mit den einzelnen Fachverbändinnen.

00:05:39: Weil da ist ja die Erfahrung klar dass da jeder Fachverband sagt von meinem Fach braucht es aber eigentlich ein zwei drei Stunden mehr.

00:05:46: Ja das Feedback haben wir gehört Das wird später auch nochmal Thema werden denke ich.

00:05:51: Da müssen sie sich noch mal zu äußern Wenn wir dann nochmal auf die Inhalte kommen.

00:05:55: nochmal ganz kurz zum Sie haben dann ja Eckpunkte Papiere vorgelegt, die dann die gesamte Öffentlichkeit gesehen hat.

00:06:02: Es gab Pressekonferenz nur zu Pressemitteilungen.

00:06:05: Das war im Dezember zwanzig vierundzwanzig da hatten sie die Eckpunkten für die Qualifizierungsphase vorgelegt und im Juni zwanzivfünfundzwanzige Eckpunkto für die Einführungsphase.

00:06:14: das ist jetzt schon eine ganze Weile her.

00:06:16: was hat sich denn seitdem getan?

00:06:18: Eine Menge, weil tatsächlich die Eckpunkte waren die zweite Phase der Beteiligung.

00:06:24: Weil natürlich Verbände haben eine Sichtweise aber jede einzelne Schule hat nochmal eine andere und tatsächlich gab es nach diesem Eckpunktepapier Unfassbar viel Feedback auch aus den Schulen.

00:06:35: Wir haben danach auch Schalten gemacht mit den ganzen Schulleitungen der betreffenden Schulen, haben dort nochmal erklärt wie ist das eigentlich gemeint?

00:06:43: Da merkt man dann dass Eckpunkte eben nicht so konkret sind und jeder in Eckpunkt auch wieder was anderes liest.

00:06:48: und dadurch haben wir noch einmal unglaublich viel gelernt!

00:06:51: Und wir schreiben ja die Verordnung komplett neu also sie ist überhaupt nicht mehr vergleichbar mit der letzten und deswegen hat es dann auch solange gedauert Weil wir dieses ganze Feedback dann umgesetzt haben beim Schreiben dieser neuen Verordnung.

00:07:03: Und ich bin der Überzeugung, dass das auch genau der richtige Weg ist, weil wie oft hatten wir das schon?

00:07:08: Dass dann die Schulen gesagt haben, das Ministerium ist von uns soweit weg und da gab es richtig viel Aufregungen im Nachhinein bei den Anhörungen und richtig viel Drama bei der Umsetzung.

00:07:18: einsam zu arbeiten ist glaube ich ein viel besserer Energie- und Zeiteinsatz als hinterher sich dann zu streiten.

00:07:24: Jetzt kommt natürlich auch noch die dritte Phase, also wir gehen jetzt in die reguläre Anhörung.

00:07:29: Also jetzt dürfen alle Verbände nochmal schriftlich Stellung nehmen und danach werden mir die Verordnung noch einmal überprüfen.

00:07:34: Nun wollen wir uns die Pläne einmal im Detail anschauen.

00:07:37: dazu muss ich einschränken.

00:07:38: mein bisheriger Kenntnisstand sind eben die besagten Eckpunkte Papiere.

00:07:42: was sich seitdem geändert hat müssen wir jetzt im Gespräch einmal gemeinsam herausarbeiten.

00:07:48: da kurz zur Information für alle die zuhören unserer Aufzeichnungs- Es wird am zwanzigsten August eine Pressekonferenz geben, in der die neuen Pläne vorgestellt werden.

00:08:00: Zu diesem Zeitpunkt wird dann der Podcast auch online gehen.

00:08:02: Das heißt als man hört den Podcast erst nach der Presse Konferenz – die Aufzeichnung ist nun aber ein paar Tage davor!

00:08:09: Ich würde vorschlagen wir denken das Ganze jetzt einmal von hinten vom Ergebnis her also vom Abitur aus kommend.

00:08:16: Auch in Zukunft soll es in Niedersachsen fünf Prüfungsfächer geben.

00:08:20: Es hätten auch vier gereicht, aber so haben die Schüler mehr Auswahlmöglichkeiten.

00:08:25: Das ist ja ihr erklärtes Ziel, wir haben eben noch einmal gesagt, so viel Wahlfreiheit wie möglich für die Schülerin und Schülern.

00:08:31: Als Entlastung ist er aber auch geplant dass nur noch in den Leistungskursen schriftliche Abiturprüfungen anstehen.

00:08:38: Was passiert denn in den anderen beiden Prüfuns fächern?

00:08:41: Die anderen beiden Prüfungswächer sind mündliche Prüfung,

00:08:44: d.h.,

00:08:45: dort werden die Schülerinnen und Schüler eine mündlige Prüfungen haben.

00:08:48: Und das hat natürlich den Vorteil, dass dort die Klausurkorrektur entfällt aber auch das Klausurschreiben.

00:08:54: Das war aber gar nicht der Hauptantriebspunkt sondern wir haben in andere Bundesländern geschaut.

00:08:59: wie machen die das eigentlich?

00:09:01: Und da fanden wir sehr spannend, dass andere Bundesländer schon viel stärker auf die Mündlichkeit setzen.

00:09:07: Und in der Tat ist ja Präsentation und Darstellung aber auch die Frage Wissen ad hoc abrufen zu können – etwas was immer gefragt wird in der heutigen Zeit.

00:09:16: Deswegen fanden sie das sehr überzeugend hier eine Win-win Situation zu haben, die Münklichkeit zu fokussieren, aber auch Korrekturstressen zu reduzieren.

00:09:25: Sie haben in dem Eckpunktepapier von Twenty First Century Skills geschrieben Ich habe mich gefragt, was genau das denn sein soll.

00:09:32: Da kann man dir vieles unter verstehen und biswas haben Sie gerade angedeutet?

00:09:35: Was sind das für Fähigkeiten die man jetzt in diesem Jahrhundert braucht?

00:09:41: Ja, die Frage von Mündlichkeit, von Präsentationen, von Auftritt werden einfach heutzutage immer wichtiger!

00:09:49: Es geht gar nicht so sehr darum alles Wissen auswendig gelernt zu haben sondern es vor allem auch anwenden zu können.

00:09:55: Und am Ende ist es auch immer wichtiger zu gucken, wie kann man eigentlich kollaborieren?

00:09:59: Also zusammenarbeiten und hier dann die besten Ergebnisse präsentieren.

00:10:04: Frage von Zeitmanagement- und Projektorganisationen gewinnen immer mehr an Relevanz und natürlich überhaupt auch Eigenverantwortung!

00:10:12: Wenn wir uns an unsere Schulzeit zurück erinnern hatten wir immer Häppchen.

00:10:15: das war alles sehr gut für uns organisiert.

00:10:18: Wir erwarten von jungen Menschen dass sie danach studieren und das alles selber können.

00:10:22: Insofern sind auch Fragen der Selbstorganisation einfach immer wichtiger.

00:10:26: Wenn ich jetzt an meine Schulzeit und ehrlich gesagt auch an mein Studium zurückdenke, dann gab es die Prüfungsform mündliche Prüfung in beiden Fällen erst ganz am Ende Und ich fand das ehrlich gesagt ein bisschen beängstigend.

00:10:36: Ich hatte überhaupt keine Routine darin Auf die Abiturprüfungen... Die mündlichen Abiturprüfungen meinen ich wurden wir kurz vorher noch so'n bisschen vorbereitet aber ehrlich gesagt Vorher hatte ich das nie.

00:10:45: und plötzlich im Abitur muss ich es machen.

00:10:47: Im Studium war's dann so, dass sich am Ende des Masterstudiums zwei mündliche Prüfungen hatte nachdem ich ein komplettes Bachelor-Studium und eigentlich ein komplettes Masterstümen ohne mündlichen Prüfung durchstehen konnte oder gar keine Möglichkeit hatte es anders zu machen.

00:11:01: Und frage ich mich wie werden denn in Zukunft die Schülerinnen und Schüler darauf vorbereitet zwei müntliche Prüfungen im AbITUR zu leisten?

00:11:08: Gibt's das dann vorher auch schon?

00:11:09: Ja, das gibt es vorher auch schon und das trägt ja genau dieser Beobachtung am Ende auch Rechnungen.

00:11:14: Dass wir diese Dinge einfach üben müssen und insofern ermöglichen wir in der Qualifikationsphase aber auch in der Einführungsphase schon Klausuren durch andere Prüfungsformate zu ersetzen um so etwas genau auch zu üben.

00:11:29: Aber auch sonst hat das in der Schule viel mehr Relevanz.

00:11:32: also wenn Wenn Sie mittlerweile in der Grundschule wärmen, wären sie erstaunt wie früh schon begonnen wird mit Präsentationen und Mündlichkeit auch damit sich vor einer Klasse zu stellen.

00:11:42: Viele Eltern sagen immer ich hätte gedacht dass Lisa in der ersten Klasse schon da vorne steht.

00:11:49: das wäre bei mir damals undenkbar gewesen und das ist eine ganz tolle Entwicklung die wir hier in den Schulen haben.

00:11:55: Sie führen jetzt auf die kombinierten Leistungsnachweise ein.

00:11:57: Ich meine das ist ja genau das was wir gerade skizziert haben.

00:12:00: Kombinierter Leistungsnachweis neue Fachterminus, so würde ich es verstehen.

00:12:05: Was genau ist denn das?

00:12:06: Alternative Prüfungsformen – was kann das alles

00:12:09: sein?".

00:12:09: Es

00:12:09: ist tatsächlich sehr weit und das können die Schülerinnen und Schüler in Teilen auch sogar selber bestimmen!

00:12:15: Also das hängt natürlich immer davon ab, welche Möglichkeiten bietet am Ende auch die Schule.

00:12:20: Aber das kann die Erstellung eines Podcasts sein.

00:12:22: Das kann die Organisation und Durchführung einer Quiz-Show sein wo man vielleicht irgendwelche Chemie Skills abfragt und erprobt.

00:12:36: eine klassische Präsentation sein.

00:12:38: Also da ist einfach sehr viel möglich und da geht es darum, dass die Schüler in natürlich wissenschaftspropedeutisch arbeiten aber halt auch Projektorganisatorisches Arbeiten lernen.

00:12:48: das ist ja etwas was sie bei der Facharbeit heute auch schon machen.

00:12:51: Die beginnt man, die ist zu einem gewissen Zeitpunkt Ende und dann muss sie da sein.

00:12:56: und das Prinzip spiegelt sich hier wieder allerdings halt mit einer anderen Form des Abprüfens.

00:13:02: Das beginnt damit, dass die Schülerinnen erst mal das Wissen sich aneignen.

00:13:06: Dann überlegen wie bereite ich das eigentlich auf?

00:13:09: Dann präsentieren sie ihre Arbeit was auch immer es dann ist und am Ende gibt es dazu eine Befragung also warum dieses Mittel Wie ist vorgegangen worden?

00:13:19: und natürlich auch nochmal ein abprüfen wie viel Eigenleistungen ist denn eigentlich wirklich dabei gewesen?

00:13:24: Und so baut sich das dann auf.

00:13:26: Das ist eine Prüfungsform, die ich selber erlebt habe im Seminarfach damals.

00:13:30: Da gab es ja verschiedenste Dinge, die man ausprobieren konnte.

00:13:33: Ich hab das als ein sehr kreatives Fach erlebt und hatte da auch einen Lehrer der das glaube ich sehr gut gemacht hat.

00:13:39: Und dann gab es auch einmal in Gruppenarbeit, die sehr viel Planung, sehr viel Freiraum damals schon geboten hat und am Ende aber auch die Reflektion brauchte.

00:13:48: Wenn das jetzt sehr viel häufiger bei einer Schule vorkommt frage ich mich wie denn sichergestellt werden soll dass diese Leistungsnachweise qualitativ gleichwertig zueinander sind, denn das kann man ja sehr unterschiedlich ausgestalten.

00:14:00: oder wenn ich ein Podcast mache oder eine Podiumsdiskussion.

00:14:03: Das muss ja nicht zwingend die gleiche Leistung sein, oder?

00:14:07: Die Lehrkräfte haben für die Durchführungen dieses Formats einen Erwartungshorizont und den prüfen sie an der Stelle natürlich ab.

00:14:16: Das heißt, Sie schauen dass es ein vergleichbarer Umfang ist, dass bestimmte Skills zur Anwendung kommen.

00:14:24: Am Ende auch die Frage, wie viel Zeit haben die Schülerinnen eigentlich und wie läuft danach auch dieser Reflexionsprozess in der Mündlichkeit ähnlich verläuft.

00:14:31: Und wir haben tatsächlich aus den Schulen das Feedback bekommen – oha!

00:14:35: Wir machen das bislang nicht.

00:14:37: Das ist nicht an jeder Schule so verbreitet.

00:14:39: Wie sieht es eigentlich aus?

00:14:41: Deswegen werden mir dazu auch konkret Handreichungen machen und auch Praxisbeispiele, die einfach zeigen, wie dann eine Vergleichbarkeit denkbar ist und natürlich auch Fortbildungen mitdenken damit Inspiration in die Schulen bekommen.

00:14:55: Für Schulen hat das aber unglaubliches Potenzial und in der Tat, wenn Schulen schon so arbeiten es macht den Unterricht einfach auch noch einmal viel attraktiver?

00:15:03: Ich glaube auch dass ist das für Schülerinnen und Schüler attraktiva macht bestimmt doch für den ein oder anderen Lehrer, aber es ist doch bestimmt doch erst mal eine sehr große Belastung die da auf die Lehrerin und Lehrer in Niedersachsen zukommt.

00:15:14: sie müssen sich auf ganz neue Prüfungsformate einstellen und dann im Zweifelsfall haben sie ja nicht weniger Korrekturaufwand, nur weil es jetzt einen Podcast ist den Sie bewerten müssen.

00:15:23: Also das wird ja nicht wirklich eine Entlastung für die Lehrkräfte oder?

00:15:27: Denkt von der Ausgestaltung ab.

00:15:28: Das ist natürlich anders belastend, weil das muss natürlich vorbereitet werden und das muss begleitet werden.

00:15:34: Es braucht auch Raum, es braucht übrigens auch andere Unterstützungsleistungen, weil wenn eine Schüler in einem Podcast macht und dann nicht weiß wie das funktioniert mit dem Schneiden oder ich weiß nicht wird die Lehrkraft gefragt und die beschäftigt sich plötzlich mit Themen, mit denen sie vielleicht vorher überhaupt gar keine Berührung hatte.

00:15:51: Insofern ist das eine Herausforderung bedeutet aber nicht automatisch mehr Zeit weil man zum Beispiel dieses Format stärker auch in den Unterricht selbst verlagern kann, anders als das vielleicht in anderen Bereichen dann mit den Korrekturen wäre.

00:16:05: So dass das organisatorisch belastend endlastend sein kann.

00:16:09: in der Anfangsphase sicherlich nochmal zusätzliche Konzeption.

00:16:13: dafür geben wir den Schulen jetzt ja aber noch etwas Zeit.

00:16:16: Insofern können die das für sich entwickeln und auch durchdenken.

00:16:20: Zu der Frage, wieso was aussehen kann, lohnt sich glaube ich auch nochmal mit Herrn Dr.

00:16:24: Rabo zum Beispiel zu reden?

00:16:25: Er hat hundertfünfzig Beispiele wie er das mit seinen Klassen schon getan hat die unglaublich inspirieren.

00:16:32: Christoph Rabot, der Vorsitzende von Philologenverband war auch vor ein paar Folgen hier im Politik-Nutz Podcast hatte seine Agenda vorgestellt Die verlinke ich einfach noch mal in den Schauenuts.

00:16:41: guter Hinweis dazu Wir haben eben schon über das Seminarfach gesprochen und die Facharbeit, die wegfallen sollen ist.

00:16:49: Wir merken es wird viel von dem was es im Seminarfach gegeben hat in den allgemeinen Unterricht übertragen gerade diese kreativen Prüfungs- und Lernformate.

00:16:58: aber sie sagen weil die KI so eine Hausarbeit inzwischen selber schreiben kann die Künstliche Intelligenz taugt diese Prüfung Form eigentlich nicht mehr für die Schule wie sie jetzt ist.

00:17:07: Das Seminarfall war ja auch dafür da um Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens zu legen.

00:17:13: wird das anders aufgefangen, was tritt denn jetzt an die Stelle des Seminarfachs?

00:17:17: Das Seminarfach war eines der größten Feedbacks, die wir bekommen haben.

00:17:22: Dass viele Schulen gesagt haben oh Gott!

00:17:24: Das ist bei uns so erfolgreich, dass darf doch nicht wegfallen und das soll auch nicht weg fallen.

00:17:29: also Wir haben vorgesehen, dass es in der Oberstufe viel mehr Zeit gibt Die Schulen genau für solche Angebote nutzen können übrigens auch für Fächerübergreifendes arbeiten Also zum Beispiel mal Biochemie anzubieten oder Astrophysik.

00:17:43: Ganz viele andere Dinge natürlich auch denkbar, aber so interdisziplinärere Formate wo man dann genau in diese Wissenschaftlichkeit reingehen kann und auch in dieses eigenständige Arbeiten.

00:17:53: und dass die Facharbeit macht einfach keinen Sinn mehr.

00:17:56: also die Schulen geben einfach das Feedback.

00:17:58: hat das eine KI geschrieben, I don't know.

00:18:00: Also ich brauche da andere Formate.

00:18:03: und weil es aber so viel Feedback dazu gab dass es diese Angst gibt werden wir jetzt doch festschreiben dass es ein solches Fach geben muss.

00:18:11: Es gibt die Möglichkeit bis zu drei oder sogar vier solche Angebote zu machen.

00:18:15: Aber wir sagen eines muss es geben damit genau diese Verankerung.

00:18:20: oft sind ja auch die Tutoren beispielsweise im Seminarfach die dann das Abitur begleiten Das dann den Schulen auf weiter zu ermöglichen?

00:18:27: Das habe ich im Detail noch nicht verstanden.

00:18:29: Das ist ja ganz spannend, das ist etwas wo sie also von den Eckpunkten jetzt abweichen und sagen okay, der Seminarfach wird nicht gänzlich gestrichen.

00:18:36: können Sie bitte nochmal erklären welche Form das Seminarfach jetzt annehmen soll?

00:18:40: Genau, wir haben vorher gesagt es kann drei bis vier Fächer geben oder nicht fächer sondern Stundenbereiche wo Schulen sehr gezielt solche Fäche stecken könnten und das war den Schulen zu unkonkret.

00:18:52: Deswegen steht jetzt in der Verordnung dass sie einfach anbieten sollen welches für dieses wissenschaftspropedeutische Arbeiten und auch für diese Tutorenmöglichkeiten anzubieten ist Und das sehen wir quasi in der Stundentafel auch fest verankert vor.

00:19:07: Und wie die Schule es dann füllt?

00:19:08: Also welche Inhalte dafür angeboten werden, das entscheidet am Ende die Schule.

00:19:13: Sie haben eben Astrophysik und Biochemie angesprochen.

00:19:16: Als ich das im Eckpunktepapier gelesen habe, dachte ich, das finde ich super spannend!

00:19:19: Was muss denn passieren damit meine Schule statt Physik jetzt Astrophisik

00:19:24: macht?!

00:19:25: Ich habe es so verstanden dass weil in den Grundkursen nicht mehr auf das Zentralabitur hingearbeitet werden muss ist man auch ein bisschen frei.

00:19:32: Das heißt man kann kombinieren.

00:19:34: Wie stellt man sich das denn vor, dass eine Schule jetzt von ihrem klassischen Fächerkanon abweicht?

00:19:39: Was kann da passieren.

00:19:40: Was muss da passieren?

00:19:42: Ich glaube, da kann sehr viel passieren weil natürlich auch Lehrkräfte haben studiert und in ihrer Fachlichkeit bestimmte Spezialthemen die jetzt so im regulären Fächerkanon nicht automatisch vertieft werden können.

00:19:57: Und gleichzeitig sagen auch Schulen wir haben einen riesigen Bedarf an Interdisziplinarität.

00:20:01: also Gesellschaftswissenschaftliche Fächer erklären sich nicht alleine aus der Sicht der Politik oder Bio und Chemie gehören einfach sehr, sehr eng zusammen gerade wenn man sich zum Beispiel auch bestimmte Industriemechanismen angucken möchte.

00:20:15: Da hat das einen riesigen Mehrwert.

00:20:17: Und insofern ermöglicht mir künftig, dass Lehrkräfte dann genau solche Fächer anbieten und ausfüllen können oder auch Lehrkräftegemeinschaften wenn das dann im Fächerybergriff ist.

00:20:28: Das haben wir ja auch an einigen Schulen schon, dass die da fächerübergreifend arbeiten und das wollen wir hier an der Stelle fortsetzen.

00:20:34: Insgesamt soll es deutlich weniger Klausuren geben.

00:20:38: stattdessen soll die sonstige Mitarbeit ich setze das gedanklichen Anführungszeichen als Bewertungsgrundlage herangezogen werden künftig.

00:20:46: Was ist denn damit gemeint?

00:20:48: Im Eckpunktepapier steht noch, ja was sonstige Mitarbeit ist das soll jetzt mal näher definiert werden.

00:20:52: Haben Sie das jetzt definiert?

00:20:53: Ja auch dazu erarbeiten wir dann unterhalb der Verordnung nochmal Klarstellungen.

00:21:00: die sonstigen Mitarbeiter gibt es schon heute.

00:21:02: also es ist schon heute so dass nicht nur alleine bündlich bewertet wird, so sage ich immer die Schüler.

00:21:08: Ich habe mündlich das aber mündliche ist eigentlich viel mehr.

00:21:11: da geht es um um die frage mitwirkung.

00:21:14: hab ich ein referat gehalten mache ich bei einem projekt mit.

00:21:16: wie habe ich mich in den projekt geschlagen?

00:21:19: all solche fragen zählen dort mit rein und wir werden jetzt unterhalb der verordnung für die lehrkräfte aber noch einmal einen hinweis geben was genau damit gemeint ist weil wir als feedback schon bekommen haben.

00:21:30: was soll dass denn sein Wenn ich jetzt eine schüchterne Schülerin habe, die meldet sich ja nicht so oft.

00:21:35: Das heißt wir haben gemerkt auch Lehrkräfte sind da unsicher was Übermündlichkeit hinaus gemeint ist und insofern definieren wir das weil es muss ja in den Schulen auch vergleichbar sein.

00:21:44: vor der Qualifizierungsphase also Vorjahrgang zwölf und dreizehn über die wir jetzt gesprochen haben liegt Die Einführungsphase der Gymnasialen Oberstufe.

00:21:52: dass ist der Jahrgang elf.

00:21:54: Die Eckpunkte dazu Haben sie deutlich später vorgelegt.

00:21:57: Ich glaube auch Weil Sie wie Wir Jetzt In dieser Podcast Folge Sich von hinten nach vorne Vorgearbeitet Haben.

00:22:02: Aber ich habe auch den Eindruck, dass das ein bisschen komplizierter gewesen ist oder?

00:22:06: Der Grund warum es später kam war tatsächlich nur der erste.

00:22:09: Also die Frage ob das danach noch Debatten gegeben hat, war gar nicht ausschlaggebend sondern wir haben gesagt die Einführungsphase ist ja quasi das Scharnir von der zehnten Klasse dann in die Qualifikationsphase und insofern war uns wichtig zu gucken wie sieht denn das Endprodukt aus und was muss dann die elfte Klasse eigentlich leisten in dieser Überführungfunktion?

00:22:30: Und deswegen haben wir das dann nacherst begonnen zu bearbeiten.

00:22:33: Das heißt, als wir das Eckpunktepapier beschlossen hatten zur Qualifikationsphase mit den Verbänden, haben wir danach die Arbeitsgruppe weitertagen lassen für die Einführungsphase und haben dann auch sehr unmüsilbar danach des Eckpunkte Papier veröffentlicht.

00:22:46: Auch in der Einführungsphase, also im Jahrgang XI sollen die Schülerinnen und Schüler in Zukunft mehr Wahlfreiheit bekommen.

00:22:52: Es sollen dann auch Fächer abgewählt werden können, die bislang eigentlich noch nicht abgewillt werden konnten – zum Beispiel die zweite Fremdsprache oder Politikwirtschaft.

00:23:00: Daran gab es Kritik.

00:23:03: Das ist vielleicht auch die Kritik, die Sie von angesprochen haben der einzelnen Fachverbände.

00:23:08: Halten sie dennoch an diesem Plan fest?

00:23:10: Ja, weil sonst das System nicht funktioniert.

00:23:13: Also wir können nicht dass eine und das andere machen – es geht nicht!

00:23:15: Wir können nicht sagen Schüler sollen sich auch profilieren und Schwerpunkte bilden können und gleichzeitig sagen aber trotzdem bleibt alles verpflichtend, weil dann kann man gar keine Wahlfreiheit mehr anbieten.

00:23:26: Und insofern halten wir daran fest und ich glaube aber wichtig ist, weil viele Menschen haben das Gefühl Gott, die lernen dann in der Elftenklasse gar nichts mehr.

00:23:36: Das ist natürlich nicht so!

00:23:38: Die Stundenzahl bleibt gleich und jeder Stunde muss auch etwas belegt werden.

00:23:43: Und das heißt wenn man sich das überlegt bedeutet es für eine Schülerin oder ein Schüler dass sie gerade mal einfach abwählen darf in der elften Klasse bei bestimmten Konstellationen?

00:23:53: zwei Wenn wir uns das mal für uns überlegen, ich glaube, wir beide wussten auch in der Elften Klasse ziemlich genau welches Fach wir definitiv nicht weitermachen werden.

00:24:03: Und es geht nur um das eine Fach.

00:24:04: und ob das dann an dieser Stelle Chemie war oder ob das an der Stelle die zweite Fremdsprache war – das wird sehr, sehr unterschiedlich sein!

00:24:11: Es wird aber Gründe haben.

00:24:13: Und diese Angst dass jetzt haufenweise Schüler diese Fächer alle nicht mehr belegen ist meines Erachtens deswegen unbegründet weil sie haben ja nur dieses eine Fach zur Wahl.

00:24:24: Und ich traue auch einem Schüler oder einer Schülerin in dem Alter übrigens zu, in der elften Klasse genau diese eine Entscheidung für sich zu

00:24:31: treffen.".

00:24:31: Also die Sorge der Fachverbände das ihr Fach gänzlich verschwinden könnte, die halten sie für unbegründet?

00:24:38: Ja, die teile ich wirklich nicht!

00:24:40: Ich glaube auch nicht, dass das so passieren wird.

00:24:42: Wie gesagt, wenn ich mich entscheiden muss, dass ich einfach nicht mache, dann weiß ich, glaube ich, wenn mir Sprachen gar nicht liegen, dass es einen Grund hat und ich könnte ja auf Französisch statt Englisch weitermachen.

00:24:52: Also wenn ich eine Neigung für Französische mehr habe als für Englische bin ich ja nicht verpflichtet Englischen zu belegen.

00:24:57: Ich bin verpflichtend eine Fremdsprache zu bewegen.

00:25:00: Und ich glaube man muss die positive Seite sehen.

00:25:03: künftig können Schülerinnen in diesem stunden Deputat das wir zur Verfügung stellen drei Fremdsprachen belegen.

00:25:10: Die müssen dafür nicht dann noch eine zusätzliche Stunde machen, sondern das geht dann in dem Stundenplan.

00:25:15: Das heißt wir ermöglichen auch die Schwerpunktsetzung auf dieses zusätzliche Sprachenprofil oder auch Gesellschaftsprofil so dass wir eigentlich meines Erachtens die Fächer an der Stelle sogar stärken.

00:25:27: Sie haben eben gesagt, dass sie den Schülerinnen und Schülern zutrauen diese Entscheidung zu treffen selber zu beurteilen, wo ihre Stärken liegen, welches Fach sie oder wo ihre Schwächen liegen, welche Fach sie deshalb lieber nicht haben wollen.

00:25:39: Kann ich nachvollziehen?

00:25:40: In dem konkreten Fall in unseren beiden Fällen war glaube ich das auch in Ordnung dass wir das getan haben.

00:25:46: aber wenn man so früh die Entscheidung trifft und das ist glaube ich losgelöst von der von der Änderung die jetzt vorgenommen wird sondern überhaupt eine Frage die mich da umtreibt ob wenn man sofort die Entscheidung trift welches fachmann nicht mehr belegt dann muss man ja aber auch schon bedenken was man nach dem Abitur machen möchte.

00:26:02: Es geht nicht nur darum, die Fächerkombination so zu wählen dass man gute Noten hat und ein gutes Abiturm macht sondern es gibt ja auch bestimmte Fächer die man braucht um einen weiteren Bildungsweg einzuschlagen eine bestimmte Ausbildung oder vor allem in bestimmtes Studium aufnehmen zu können.

00:26:16: ich hatte eine Mitschülerin die hat sich in der Oberstufe dann für das Gesellschaftsprofil entschieden und hat dann aber später Bio- und Chemie studiert und die hatte dann eine Naturwissenschaft zu wählnchen musste das erstmal nachholen.

00:26:28: Ich will auf den Punkt hinaus Wie muss man die Schülerinnen und Schüler darauf vorbereiten, dass sie eine kluge weitsichtige Entscheidung treffen wenn Sie jetzt Ihre Profile wählen.

00:26:37: Und wenn Sie mehr Wahlfreiheit bekommen sollen auch wenn sie nur ein bis zwei Fächer abwählen können wie bisher?

00:26:43: Wie muss Man vielleicht schon früher ansetzen um den Schülern zu sagen das sind das sind Fäche das sind Skills die ihr braucht für den Weg den ihr wollt Wenn Ihr wisst wo ihr ihn wollt?

00:26:54: Also erstmal hat die KMK ja bestimmte Fächer, die müssen eh weiter belegt werden.

00:26:58: Damit sichert man schon einmal dass man sich nicht komplett daneben entscheiden kann weil es eine gewisse Grundlage gibt, die absichert das man viele Wege offen hat.

00:27:07: Deswegen ist es auch die allgemeine Hochschulreife und deswegen setzen wir auch so viel Wert auf eine breite Ausbildung.

00:27:15: In der elften Klasse kann man noch gar nicht viel kaputt machen, weil wie gesagt man darf gar nicht soviel ablehnen.

00:27:21: Und mit der Oberstufe also mit der Qualifikationsphase wird das dann in der Tat entscheiden dass da die Schüler entmündig entscheiden und da wird auch entscheidend sein sie bei der Auswahl in der elften Klasse dann zu begleiten.

00:27:32: Das passiert ja schon heute.

00:27:34: aber natürlich durch die Profile Da haben wir es auf der einen Seite sehr viel stärker eingeengt, also man konnte sich wirklich auch richtig falsch entscheiden.

00:27:41: Auf der anderen Seite bietet natürlich diese große Wahlfreiheit die Möglichkeit dass Schülerinnen sich nicht mehr ausreichend fokussieren.

00:27:47: das heißt Da braucht es definitiv eine Begleitung.

00:27:50: Aber in der Tat, man kann vieles ja später auch noch nachholen.

00:27:54: und gerade wenn wir zum Beispiel über die zweite Fremdsprache reden oder über unsere gesellschaftswissenschaftlichen Fächer ist mir nochmal wichtig zu sagen Wir haben in Niedersachsen eh schon mehr Stunden als andere Bundesländer in diesen beiden Bereichen.

00:28:07: also selbst mit der Veränderung, die wir vornehmen werden die Schüler in Niederachsen mehr Stunden in der zweiten Fremdsprache haben und auch das Sprachniveau entsprechend erreichen.

00:28:17: Sie werden aber auch in den Gesellschaftswissenschaften mehr Stunden haben als in den allermeisten anderen Bundesländern.

00:28:22: Und insofern braucht sich da auch keiner Sorgen machen, dass unsere Schüler schlechter aufgestellt sind dann an der Uni weil sie die Grundlagen mehr als genug gelegt bekommen bei uns in Niedersachsen.

00:28:34: Die Stundentafel In der Einführungsphase setzt sich aus drei Bereichen zusammen.

00:28:39: Es gibt den Pflichtteil, die haben gerade schon gesagt und können bestimmte Dinge auch nicht abwählen.

00:28:42: das ist nämlich Deutsch eine Fremdsprache Mathematik Sport Religion oder Wert und Norm oder Philosophie.

00:28:48: wenn eine Schule das anbietet Und neu in diesem Block ist die Berufsorientierung Wer soll denn das eigentlich machen?

00:28:55: Wer wird dann ein Berufs orientierungs Lehrer?

00:28:58: Also in der Regel sind das Lehrkräfte im Bereich der Politik Wirtschaft die einfach da eine große Kompetenz aufweisen und wir haben auch mit unserem Erlass in dem Bereich dort die fachliche Zuständigkeit für die Entwicklung hingegeben.

00:29:13: Das mag aber an der Schule auch anders entscheiden, also es gibt ja auch andere Lehrkräfte, die vielleicht durch einen Quereinstieg oder andere Gründe da nochmal Kompetenzen und Sichtweisen mitbringen und das normieren wir insofern nicht.

00:29:25: Aber ich denke, in der Regel werden das Politikwirtschafts-Lehrkräfte sein

00:29:29: Und die machen das einfach im Bereich ihrer normalen Tätigkeit.

00:29:31: Das ist jetzt nicht so, dass es für Berufsorientierung künftig in der Elfenklasse eine neue Lehrkraft geben wird.

00:29:39: Die Stundenzahl bleibt ja gleich – insofern wird das mit dem gleichen Collegium abgedeckt.

00:29:44: Vielleicht stecken Schulen das auch mit ihren Klassen-Lehrkräften?

00:29:47: Es ist zum Beispiel auch eine Möglichkeit, sie kennen ja die Schülerinnen und Schüler viel besser.

00:29:51: Das werden die Schulen dann für sich entscheiden!

00:29:54: Okay, in dem zweiten Block der Stundentafel muss dann gewählt werden.

00:29:57: Man wählt aus entweder Kunst oder Musik eines aus man wählt Aus Geschichte Erdkunde oder Politik aus und man wählte aus Biologie Chemie Physik Informatik aus.

00:30:08: ich möchte nochmal auf die Möglichkeit Politik abwählen zu können kommen denn das ist ja auch eine Neuerung Die Kritik hervorgerufen hat doch nachfragen vor gerufen hat vor allem weil Es so wirkt, als würde es im Widerspruch stehen zur sonstigen Haltung der Landesregierung.

00:30:21: Die ja sagt Wir brauchen viel mehr Demokratiebildung.

00:30:24: Wie passt das damit zusammen dass man ab der Elftenklasse in Zukunft Politik abwählen kann?

00:30:28: Da ist mir erst einmal noch mal wichtig zu sagen Dass wir wie gesagt In dem Bereich viel viel mehr Stunden haben Als alle anderen Bundesländer.

00:30:36: und dann Ist es So dass wir derzeit die Situation an Das geschichte und politik verpflichtend sind in der elften klasse Dadurch Erdkunde nicht belegt werden kann.

00:30:46: Oder wenn es belegt wird, dann müssen die Schüler zwei Stunden mehr belegen und die Schule muss auch die Stunden dafür extra erwirtschaften.

00:30:52: Und wenn wir uns die internationalen Verflechtungen angucken... die ganzen Ressourcenfragen, die dahinter liegen.

00:31:00: Dann glaube ich wird sehr schnell deutlich das es auch sehr zeitgemäß ist sich mit Erdkunde zu beschäftigen und dass auch das sehr stark politische Bildung ist.

00:31:07: deswegen stärken mir die Gesellschaftswissenschaften weil künftig kann man in der elften Klasse alle drei Fächer zusammen belegen.

00:31:14: das heißt man könnte einen viel breiteren Blick gewinnen als Schüler wenn man denn darauf dann den Schwerpunkt setzen will.

00:31:19: Und wir sind auch gerade dabei die Lerninhalte für alle drei fächer noch einmal zu überarbeiten also Politikgeschichte und Erd Kunden damit dieser Fokus auf politische Bildung noch einmal deutlich stärker gelegt wird, weil Demokratiebildung ist eben mehr als alleine das Fachpolitik und trotzdem ist das Fach Politik unglaublich wichtig.

00:31:38: Ich sage dem Fachteilband auch immer ich glaube dass nicht viele Schüler abwählen werden ja?

00:31:42: Das ist einfach ein sehr sehr attraktives Fach!

00:31:45: Insofern habe ich da auch diese Angst nicht, dass dieses Fach in der Versenkung verschwindet.

00:31:50: deswegen

00:31:50: Bei mir ist in der Qualifizierungsphase dann Erdkunde weggefallen, genau aus dem Grund den Sie gerade beschrieben haben.

00:31:57: Mein Oberstufenkoordinator hat gesagt, ein bisschen zu viele Stunden.

00:32:01: Erdkerne kann es jetzt nicht mehr machen!

00:32:02: Also

00:32:03: sie waren ein sehr neugieriger Schüler?

00:32:05: Ich

00:32:05: hätte Erdkunnen auf jeden Fall sehr gerne noch gemacht.

00:32:07: und die Fächerkombinationen, die ich dann hatte, aufgrund der Profilwalt ich hatte... Und da hat man ja Zwänge und ich habe schon gesagt, Latein muss dich vier Stunden bis zum Ende machen.

00:32:15: Ich hätte gerne etwas mehr Erdkurne, weniger Lateinen aber ich war im Sprachenprofil.

00:32:21: So ist das.

00:32:22: Aber genau diese Argumentationen, Erdkunde war immer on top!

00:32:25: Das war immer zu Lasten von Erd-Kunde und das war eine Benachteiligung dieses Fachs.

00:32:29: die wird jetzt ja damit aufgehoben.

00:32:30: Genau wir haben.

00:32:31: der Ausgangspunkt unserer Änderungen war alle Fächer sind leicht, dass sagt die KMK und deswegen behandeln wir sie jetzt alle gleich.

00:32:38: Dadurch werden natürlich einige Fäche aus ihrer Sicht schlechter gestellt aber eigentlich geht es darum alle fächer gleichzubehandeln.

00:32:45: Die Idee, dass Schülerinnen und Schüler ganz frei wählen können die Fächerkombination belegen können, die ihnen am nächsten kommen.

00:32:55: Setzt ja auch voraus, dass eine Schule das dann auch leisten kann.

00:32:58: Besteht denn aus ihrer Sicht die Gefahr, wenn bestimmte Kurse einfach zu klein werden?

00:33:04: Eine Schule sagt ne also für die Anzahl an Leuten machen wir es nicht.

00:33:07: da denke ich auf wieder.

00:33:08: meine Schulzeit ist nämlich der Sportprofil so gut wie nie zustande gekommen weil die Anzahl der Schülerinnen und Schüler zu gering war, dann gab es aber noch so einen Hardcore-Naturwissenschaftsprofil.

00:33:18: Da waren immer wenige drin, aber da hat die Schülertum gesagt okay, da wissen wir, die werden bis zum Abitur auf jeden Fall alle bleiben.

00:33:24: das sind super Cracks, das machen wir auch wenn es da eine geringere Schulterzahl gibt.

00:33:29: also ist nicht vielleicht oder droht nicht die Ressource oder die Personalkapazitäten einer Schule dazu zu führen dass die Wahlfreiheit dann doch nicht so groß ist?

00:33:39: Es

00:33:39: droht schon heute.

00:33:41: Also wenn Sie heute auf die Schulen gucken, gibt es auch heute wenig Schulen, die ein Sportprofil anbieten.

00:33:46: Beispielsweise und die sind dann auch oft besonders gezielt ausgewählt weil man da die großen Chancen hat im Sportbereich Abitur zu machen zum Beispiel insofern verändern wir das nicht.

00:33:57: Also das wird nicht besser, aber es wird auch nicht schlechter.

00:34:00: Und es ist schon heute so dass eine Schule sich kleine Kurse erwirtschaften muss und dann auch sehr bewusst Profilbildung macht.

00:34:06: Das die Profile oft eingeschränkt sind an einer Schule weil sie sich gar nicht alles in den Personalressourcen leisten kann.

00:34:14: Wir hatten genau deshalb extra die Oberstufenkoordinatoren dabei Weil die haben das für uns mit gerechnet.

00:34:19: Also, es war schon wichtig da nicht abgehoben zu diskutieren.

00:34:23: Ja, es wird auch nicht besser Das kann ich keiner Schule versprechen.

00:34:26: Aber ähm... Die Wahl sich entscheiden zu müssen bleibt aber sie wird auch Nicht schlechter oder schlimmer Sondern wir geben da eher noch einmal Handlungsspielräume Auch Dinge wegzupofern.

00:34:36: In der Stundentafel gibt es dann noch einen zweiten Wahlpflichtbereich.

00:34:40: Dort wählt man im Umfang von sechs Wochen stundenweite Fächer hinzu, dann zum Beispiel noch mal Politik wenn man das oben im zweiten Block nicht wählen konnte.

00:34:48: oder die zweite Fremdsprache.

00:34:49: also die Möglichkeit gibt es da.

00:34:51: neu ist dort der sogenannte Vertiefungsunterricht.

00:34:54: was ist denn das?

00:34:55: Die

00:34:56: von Vertiefung unterricht ist gezielt nochmal Kinder zu fördern oder aber auch nochmal zu fordern.

00:35:02: Das ist etwas, was einfach viel Raum braucht und wo uns die Schulen gesagt haben dass sie da einen riesigen Bedarf sehen.

00:35:07: Also es gibt ja Kinder, die kommen beispielsweise von einer Realu deiner Oberschule an das Gymnasium und schlackern dann erstmal ganz schön mit den Ohren weil sie doch noch einiges an Stoff nachholen müssen oder die Sprache noch einmal stärker gefördert bekommen müssen oder so.

00:35:22: Und beidseitig haben wir echt viele Schüler in diesen Totalfit Und die wollen vielleicht Themen nochmal vertiefen, nochmal anders gefördert werden.

00:35:30: Anders vorbereitet zu werden und genau dafür dient dieses Fach!

00:35:39: im Ausland verbringen können.

00:35:40: Das habe ich auch so erlebt, die Elfgeklasse war für mich eine Phase in der man sich noch mal ein bisschen ausprobieren konnte.

00:35:44: Einige sind ins Ausland gegangen einige sind stärker in die Schülervertretung eingestiegen und es war für mir auch ehrlich gesagt einen Jahrgang in dem Schülerinnen-Schüler die von der Realschule kamen ein bisschen aufholen konnten.

00:35:55: Thema Auslandsaufenthalt.

00:35:56: Sie haben das explizit ins Eckpunktpapier reingeschrieben dass das vereinfacht werden soll das leichter werden soll ins Auslands zu gehen und dort die entsprechenden Qualifikationen auch zu erwerben.

00:36:07: was ändert sich denn dabei?

00:36:08: Beispielsweise war da bislang auffällig, den zwei Fremdsprachen zu belegen und das reduzieren wir jetzt auf eine.

00:36:15: Und das macht es natürlich deutlich kompatibler!

00:36:17: Sie haben vorhin schon einen kurzen Ausblick gegeben wie es jetzt weitergehen wird.

00:36:20: was sind die nächsten Schritte?

00:36:22: Wir

00:36:22: werden noch einmal mit den Verbänden zusammenkommen, werden es einmal final besprechen auch wirklich die Verordnung durch gehen und danach geben wir dieses ganze Konvolut vieler Seiten in die Anhörung und dann wird es Feedback geben bis zum zweiten Oktober Und danach werden wir das Ganze nochmal auswerten und dann werden wir es veröffentlichen.

00:36:41: Dann gilt das für die Schülerinnen und Schüler des jetzigen zehnten Jahrgangs, ab nächstem Jahr tritt sie in Kraft.

00:36:47: Allerdings ändert sich die Einführungsphase erst für die Schülerin und Schüler ein Jahr später wirklich.

00:36:55: Die Qualifikationsphase gilt schon für den jetzige Zehntenjahrgang.

00:36:59: Das heißt wenn die in die zwölfte Klasse kommen können Sie schon frei wählen und es gibt keine Profile mehr.

00:37:04: Die Einführungsphase braucht ja auch nochmal einen Umdenken.

00:37:07: Da wollen wir den Schulen Zeit für geben, weil wenn man ein halbes Jahr vorher erst erfährt was man umsetzen soll ist das nicht so dankbar.

00:37:14: deswegen geben wir ihn dafür ein Jahr mehr Zeit.

00:37:16: Das heißt alle neuen Klassler aufgepasst.

00:37:19: ihr habt auch schon eine neue Einführungspfase.

00:37:21: Das war jetzt mathematisch komplex.

00:37:23: also der jetzige zehnte Jahrgang wird noch in einer Einführungen Phase nach dem Altmuchtmodell gehen aber dann schon Qualifizierungsphase nach dem neuen Modell, der jetzige neunte Jahrgang hat dann das komplett neue Oberstufenmodell.

00:37:36: Perfekt!

00:37:36: So kann man es wunderbar verstehen.

00:37:39: Das

00:37:39: war jetzt mein kombinierter Leistungsnachweis für heute.

00:37:42: Wir behalten das weiter im Blick und berichten im Rundblick den Politikjournal für Niedersachsen ausführlich darüber außerdem auch auf rundblick-niedersaxen.de.

00:37:51: Für heute sage ich Frau Ministerin Hamburg vielen Dank fürs Gespräch.

00:37:54: Ich danke

00:37:55: auch.

00:37:59: Mehr Infos unter rundblick-niedersachsen.de.

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