Lena Hübsch – Wie kühlen sich die Kommunen wieder ab?
Shownotes
Lena Hübsch ist die fachliche Leitung beim NIKO, dem Niedersächsischen Kompetenzzentrum Klimawandel im Umweltministerium. Mit Rundblick-Redakteur Niklas Kleinwächter spricht sie über die Hitzewellen im Sommer 2026 und wie sich die Kommunen auf das veränderte Klima anpassen können.
Erwähnter Artikel:
Wie eine Sondereinheit im Umweltressort die Kommunen für eine heiße Zukunft rüstet
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00:00:01:
00:00:09: Wo kühlen Sie sich an einem heißen Tag eigentlich am liebsten ab?
00:00:21: Das liebe ich auch im Wald einfach den Schatten und die Luft ist einfach schön und angenehm.
00:00:40: Genau, da versuche ich mich dann abzukühlen wenn es zu heiß
00:00:44: wird.".
00:00:45: Das Klima verändert sich, es wird heißer und wir Menschen müssen unser Verhalten ein bisschen daran anpassen.
00:00:50: genau darüber wollen wir heute sprechen.
00:00:53: Ich begrüße zunächst unsere Hörerinnen und Hörern herzlich zu einer neuen Folge vom Politik Nerds Podcast.
00:00:58: Mein Name ist Niklas Kleinwächter, ich bin einer von vier Redakteuren beim Rundblick dem Politikjournal für Niedersachsen.
00:01:05: Und mein Gast heute ist Lena Hübsch.
00:01:07: Sie isst die fachliche Leitung bei Nico, dem niedersächsischen Kompetenzzentrum Klimawandel im niedersechsischen Umweltministerium.
00:01:15: Herzlich willkommen!
00:01:16: Schön dass ihr heute hier seid.
00:01:17: Danke, freu mich.
00:01:19: Frau Hüpsch das Nico was ist das denn eigentlich?
00:01:22: Genau das NICO ist, äh, zweitausend-einundzwanzig eingerichtet worden als Service und Beratungsstelle für alle die sich an die Folgen des Klimawandels anpassen wollen.
00:01:32: Also wir unterstützen, wir beraten, ähm... Und natürlich sind die Hauptakteure derzeit die Kommunen.
00:01:38: aber wir kümmern uns um jeden, der irgendwie merkt okay das Klima ändert sich und ich muss was tun.
00:01:44: wie kann ich das tun?
00:01:46: Da versuchen wir zu beraten mit Netzwerkarbeit und Informationen bereitzustehen und das ganze Thema weiterzubringen, voranzubringen.
00:01:57: Sie haben gesagt seit Jahrzehnteinundzwanzig gibt es das NICO?
00:02:00: Worauf seitet sich denn Ihr Auftrag ab?
00:02:02: Genau!
00:02:03: Das NICO, das niedersächsische Kompetenzzentrum Klimawandel war einzurichten als ein Auftrag des niedersächspischen Klimagesetzes und ist aufgekommen schon innerhalb der Anpassungsstrategie, der Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels des Landes Niedersachsen.
00:02:21: Da wurde schon gesehen, dass da eine Lücke ist.
00:02:23: Dass der Beratungsbedarf ist.
00:02:25: und naja wenn wir die letzten Jahre anschauen dann merken wir da ist ja auch ein großer Bedarf weil sich einfach das Klima ändert weil wir einfach anderer Verhaltensweisen teilweise an den Tag legen müssen uns umstellen müssen wenn wir eben mit diesen Folgen des Klimawandels umgehen wollen und wenn wir weiterhin gut leben wollen.
00:02:44: insofern hat sich daraus der bedarf ergeben.
00:02:48: Wir spüren auch, dass das gut angenommen wird und dass viele Menschen sich Gedanken machen und auf den Weg machen.
00:02:54: Der Bedarf ist groß!
00:02:54: Die Nachfrage ist da – wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Sie denn in Ihrem Team die diese Beratung leisten können?
00:03:02: Ja im Liko sind wir sind aufgeteilt auf zwei Institutionen.
00:03:05: Wir haben im Umweltministerium drei Personen sitzen und dann nochmal drei im Landesamt für Bergbau Energie und Geologie.
00:03:12: Die erarbeiten für uns ganz maßgeblich die wissenschaftlichen Grundlagen, werden die Daten aufbringen das auf Niedersachsen und auf die Kommunen runter.
00:03:21: Und im Umweltministerium die drei Personen übernehmen maßgeblich die Beratung, die Informationsangebote und versuchen dann diese wissenschaftliche Datengrundlagen eben auch zu übersetzen und an die Personen zu verteilen, die sie benötigen.
00:03:38: Wir zeichnen diese Folge kalendarischen Herbst anfangen und das ist ja vielleicht ein ganz guter Zeitpunkt, um einmal auf den zurückliegenden Sommer exemplarisch zurückzuschauen.
00:03:50: Wie war der denn so?
00:03:51: Für mich ist es eher so ein Bauchgefühl.
00:03:54: sie haben da die Daten und Fakten und ich fange erst mal an mit meinem Bauch gefühlt.
00:03:57: wenn nicht an diesen Sommer zurückdenke dann denke ich vor allem an Hitzewellen.
00:04:01: also nicht dass es eine kontinuierliche warme Phase gab sondern immer wieder so ein paar Tage die extrem heiß waren, indem man eigentlich gar nicht vor die Tür gehen wollte.
00:04:10: An dem man Veranstaltung abgesagt hat und sich irgendwie abgeschottet hat oder wie sie es vorgeschlagen haben in den Wald gegangen ist oder an die Nordsee gefahren ist.
00:04:18: Liege ich da ganz falsch?
00:04:20: Oder war das in diesem Jahr irgendwie besonders?
00:04:23: Es ist genau richtig dieses Bauchgefühl.
00:04:25: also wir haben wirklich einen extremen außergewöhnlichen Sommer erlebt.
00:04:30: Wir haben Hitzewellen gehabt und zwar im Juni schon.
00:04:33: Das ist ja außergewönlich früh für so eine Hitzewelle.
00:04:37: Es sind in diesem Jahr viele Rekorde gebrochen worden.
00:04:40: Zum einen, was die Höhe der Temperaturen angeht – also in vielen Orten sind einfach Höchsttemperaturen gemessen worden.
00:04:47: Ich glaube im Sachsen-Anhalt sogar bundesweit die höchste gemessene Temperatur jemals hier in Deutschland.
00:04:54: Wir haben aber auch in Niedersachsen an fast allen, an fortyfacht von neunundvierzig Messstellen die Temperaturrekorde gebroken für den Juni.
00:05:03: Aber auch im Nachgang noch wurden wieder Temperaturrekorde gemessen.
00:05:08: Also das zeigt schon, dass es sehr außergewöhnlich war und wir sehen das leider ja auch an anderen Zahlen.
00:05:14: also zum Beispiel bundesweit gibt's mehr als sixteen tausend Hitze Tote in diesem Jahr.
00:05:18: Das finde ich ist schon eine bemerkswert hohe Zahl.
00:05:22: Ich persönlich erinnere mich an den vierundzwanzigsten Juni abends.
00:05:25: das war dieser Rekord Diese Rekordwärme und es war einfach auch, man wusste gar nicht mehr wohin mit sich selbst.
00:05:32: Und man hat aber auch gemerkt Es war relativ schwül sag ich mal.
00:05:37: und das ist auch etwas was wir messen können Dass ja nicht nur die Temperatur steigt sondern dass auch die Luftfeuchtigkeit steigt.
00:05:44: Das macht für uns als Menschen Aber diese Temperaturen eben auch schwerer auszuhalten.
00:05:50: Also eine trockene Hitze ist für den Körper Steckt er besser weg als diese feuchte Hitze.
00:05:56: Insgesamt sehen wir ja, dass dieser Sommer vermutlich keine Ausnahme bleiben wird.
00:06:02: Insgesamt steigen die globalen Temperaturen da jetzt schon irgendwie bei etwa von einem Quadrat.
00:06:08: Aber für Niedersachsen liegen wir bei zwei Quadrat und das ist ja etwas... Das wird so bleiben!
00:06:14: Also selbst wenn wir global es schaffen ein Zwei-Grad-Ziel zu halten, wird das für Niederachsen nicht bedeuten, dass wir jetzt bei zwei Grad irgendwo stehenbleiben?
00:06:23: Sondern wir liegen hier auf dem europäischen Kontinent und der erwärmt sich einfach stärker als der Rest der Welt.
00:06:29: Also diese ¼°-Erwärmung global, das ist ja nun mittelwert gemittelt über die ganze Erde!
00:06:34: Für uns in Niedersachsen und Europa wird das immer mehr bedeuten – und das sind natürlich auch dann mehr und stärkere intensivere Auswirkungen.
00:06:43: Das heißt, wir sind eigentlich... gut beraten und wir haben eigentlich einen guten Grund, den Klimaschutz voranzubringen.
00:06:50: Da die Energiewende massiv voran zu treiben um einfach nicht noch mehr oder noch stärkere heißere Sommer- und Hitzewellen wie diesen zu erleben.
00:07:00: Lassen Sie uns nochmal bei den konkreten Auswirkungen in diesem Sommer bleiben?
00:07:04: Wenn ich daran zurück denke dann denke ich an ein Tag in meinem Sommerurlaub da ging es abends los mit einem Gewitter Starkregen wegen wie aus Eimern, Sturzbüche überall.
00:07:14: Keller sind hier voll gelaufen zumindest in Hannover und der Führung waren geflutet.
00:07:18: Gab es denn solche Ereignisse auch noch an anderen Stellen in Niedersachsen?
00:07:22: Gab es bestimmt!
00:07:23: Das sind ja immer sehr lokale Eregnisse manchmal so kleinräumig dass eine Messstation sie gar nicht aufzeichnen kann wenn sie nicht gerade ausnahmsweise zufällig genau an dem Ort steht.
00:07:35: Es ist aber davon auszugehen, dass das eben schon auch häufig auftreten wird und gerade die Intensität nimmt zu.
00:07:42: Wie ich gesagt habe, wir haben mehr Verdunstung durch die erhöhten Temperaturen und dadurch haben wir mehr Wasserdampf in der Atmosphäre und da ist eben mehr Energie, mehr ja Wasserdampf, der sich dann entladen kann im Form von Niederschlag.
00:07:57: und im Sommer sind es dann eben häufig diese stark regnen Ereignisse.
00:08:00: So war das, glaube ich hier in Hannover auch.
00:08:02: Also sehr kleinteilig oder kleinen räumlich aufgeteilt.
00:08:06: In manchen Stadtteilen war es so und in anderen war eigentlich gar nichts.
00:08:10: Und das ist aber einmal so rübergezogen und manche haben's abbekommen uns dann heftig und andere hatten eigentlich gar keinen Niederschlag.
00:08:16: Sehr ungleich verteilt.
00:08:17: Das macht ja dieses extremen Wetter dann auch aus.
00:08:19: Dann noch ein Phänomen, das hatten wir jetzt hier in Niedersachsen vielleicht ein bisschen weniger.
00:08:23: Aber in Europa und Deutschland ja schon.
00:08:26: es gab eine große Trockenheit da durch Waldbrände.
00:08:29: also die Brände entstehen nicht durch die Trockenkeit aber sie werden begünstigt dadurch.
00:08:33: ursächlich sind dann ja in der Regel doch noch Menschen.
00:08:35: Aber die Trockenheit hat auch dazu geführt, dass die Ernten schlecht ausgefallen sind.
00:08:39: Auf Bundesebene war von einer Krise von nationaler Tragweite die Rede.
00:08:43: hier in Niedersachsen sind wir da noch halbwegs glimpflich davon gekommen.
00:08:47: nur noch als so weitere Beispiele davon was jetzt an Veränderungen kommt.
00:08:51: Sie haben gerade schon immer wieder ein bisschen das Abstrakter formuliert aber das war nun das Bild vom Sommer.
00:08:56: zwanzig sechsundzwanzig.
00:08:58: Das Klima verändert sich.
00:09:00: mal allgemein gesprochen worauf müssen wir uns Alle einstellen?
00:09:03: überall in Niedersachsen ganzjährig.
00:09:05: Was bedeutet das für uns?
00:09:06: Das bedeutet natürlich, dass wir auch noch wärmere Sommer kriegen können aber natürlich kann auch mal wieder ein kälterer Sommer dabei sein.
00:09:13: genauso wie wir im Schnee und Eis nach wie vor bekommen können haben wir ja auch im Januar diesen Jahres gesehen.
00:09:18: Wir hatten viel Schnee Aber insgesamt nimmt die Wahrscheinlichkeit dafür natürlich ab.
00:09:23: Also diese Schwankungen nehmen halt zu.
00:09:25: es ist nicht mehr so gleichbleibend.
00:09:26: wir können uns nicht mehr So gut darauf einstellen was da auf uns zukommt.
00:09:29: wir müssen eigentlich mit allem rechnen häufiger so sein wie dieser Sommer es war, sodass wir eben wirklich Schwierigkeiten haben das für Waldbrände haben.
00:09:38: Lieferketten waren ja tatsächlich ein Problem.
00:09:40: Wir hatten hier ein Problem mit dem Schienennetz in Hannover aber auch in Leipzig und anderen Orten wo einfach der Untergrund geschmolzen ist und dann der Nahverkehr eingestellt werden muss.
00:09:50: Das trifft uns jetzt an vielen Stellen.
00:09:52: Wir sehen dass die Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Kitas eigentlich nicht darauf ausgelegt sind diese Temperaturen auszuhalten oder diese Temperaturen dann für die Menschen darin aushaltbar zu machen.
00:10:05: Und das sind ganz konkrete Probleme und konkrete Dinge, die in unserem Alltag und eigentlich fast alle alltäglichen Handlungsfelder eingreifen.
00:10:17: Darauf müssen wir uns einstellen und vorbereiten weil wir wollen ja nach wie vor eine lebenswerte Zukunft hier haben und müssen eben sehen dass wir jetzt handeln damit wir im nächsten Sommer zum Beispiel eben besser aufgestellt sind, damit wir irgendwie mehr Verschattung in den Städten haben und Trinkbrunnen.
00:10:35: Und was auch immer dazugehört ist eine ganze Menge.
00:10:39: Diese Beispiele kommen wir jetzt gleich noch mal zu sprechen.
00:10:42: Bevor wir das tun möchte ich eine grobe Unterscheidung anbringen in der Klimapolitik.
00:10:47: Auf der einen Seite gibt es den Klimaschutz also sämtliche Maßnahmen die dazu beitragen sollen dass die Temperaturen global nicht noch schneller noch höher steigen Und auf der anderen Seite gibt es die Klimafolgenanpassung, also sämtliche Maßnahmen, die dazu beitragen sollen.
00:11:00: Dass wir mit dem was sich nicht mehr aufhalten lässt besser klarkommen und über diesen Teil wollen jetzt ein bisschen intensiver reden und ließe sich natürlich auch noch politisch diskutieren nutzt der Klimaschutz überhaupt noch etwas oder müssten wir die Klimaziele vielleicht nach hinten schieben damit die Wirtschaft besser damit klar kommt?
00:11:17: diese Diskussion werden ja geführt.
00:11:19: wenn sie erlauben würde ich diese Diskussionen aber aus dieser Folge ausklammern.
00:11:23: Das können wir anderen überlassen.
00:11:25: Wir beschäftigen uns jetzt mit der Klimafolgenanpassung und was da so geht, und was sie dabei im Niko machen.
00:11:31: Aber wenn wir diese beiden Teile so nehmen – Klimaschutz und Klimafollgenanassung?
00:11:35: Wie verhält sich das denn bei ihrer Arbeit beim Niko?
00:11:38: Ist es nur das eine oder kommt beides zusammen?
00:11:40: Uscieren uns schon auf die Klimafoldenanpassungen.
00:11:43: Wir haben ja in Niedersachsen die Klimaschutz- und Energieagentur, Nieder Sachsen die Kehren.
00:11:47: Die kümmert sich wirklich hervorragend um alle Belange des Klima-Schutzes.
00:11:51: Das sind häufig oder teilweise auch andere Personenkreise, die das umsetzen.
00:11:57: Wir im Niko fokussieren und richten unsere Arbeit aus auf die Klimafolgenanpassung also auf das was kommt wenn wir den Klimaschutz eben nicht gut machen, nicht gut vorantreiben.
00:12:09: Der große Schatz des Nikos sind ja die Daten, die sie haben.
00:12:13: Was für Daten haben Sie denn da eigentlich?
00:12:15: Und wo kommen die so her?
00:12:16: Wer trägt die zusammen?
00:12:17: Wir sammeln sehr viele Daten natürlich von ganz seriösen und wichtigen wissenschaftlichen Quellen, also deutscher Wetterdienst.
00:12:24: Das ist unsere Hauptquelle zum Beispiel für die Klimadaten.
00:12:28: Wir sammelen sie, wir bereiten die auf, also bringen die erstmal in Formate, die man in Kommunen oder auch in der Landesverwaltung überhaupt nutzen kann.
00:12:36: Wir bringen die runter auf die kommunale Ebene, also auf die regionalen Ebenen z.B.
00:12:42: Landkreise Kreisfreie Städte.
00:12:45: Wir sammeln natürlich aber nicht nur Klimadaten, also Daten der Vergangenheit.
00:12:49: Wie hat sich das Klima entwickelt?
00:12:50: Wie wird es sich in Zukunft entwickeln?
00:12:52: Auch die Modelle haben wir dazu und gucken uns an wie das passieren kann.
00:12:56: Neben den Klimadatten haben wir auch andere fachliche Daten zum Beispiel zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Böden oder Bodenwasserhaushalt oder genau ab Wasserbereich und alles.
00:13:09: Wir versuchen das zusammenzusammeln einheitlich bereitzustellen, aufzubereiten so dass das in den Kommunen direkt genutzt werden kann ohne jetzt da noch viel Arbeit reinstecken zu müssen.
00:13:21: Angenommen also ich wäre der Bürgermeister von Fissel Höwütte.
00:13:24: Das war ein Beispiel.
00:13:25: das habe ich in einem Artikel aus dem Jahr zwanzig-vierundzwanzig Schmal verwendet.
00:13:28: angenommen ich wäre ein Bürgemeister von Visl Höwötte.
00:13:30: dann könnte ich mich bei Ihnen melden und Sie sagen mir dann früher war das Klima bei Ihnen so und in Zukunft wird es irgendwie anders aussäden ja?
00:13:38: Und wie geht's denn weiter?
00:13:39: Also Sie können erstmal selber schon schauen auf unserer Webseite.
00:13:42: Sie müssen nicht direkt anrufen, dürfen sie natürlich als Bürgermeister?
00:13:46: Aber auf der Webseiten haben wir selbst schon sehr viel an Daten bereitgestellt die man sich einfach runterladen kann und dann kann man erst mal schauen okay wie bin ich eigentlich betroffen von Hitze oder Starkregen oder was auch immer?
00:13:58: Und dann kann er natürlich ein Klimaanpassungskonzept zum Beispiel erstellen muss man aber natürlich nicht wenn man durchs Gesetz verpflichtet ist.
00:14:08: Aber man kann diese Daten nutzen, um zu gucken wo ist meine Betroffenheit und wo muss ich reagieren.
00:14:13: Welche Maßnahmen können jetzt für mich sinnvoll sein?
00:14:16: Bin nicht eine Region mit viel Wald.
00:14:18: dann muss ich natürlich gucken wie es im Wald weitergeht was sich da machen kann.
00:14:23: oder ist das ein Siedlungsbereich?
00:14:25: Dann habe ich ganz andere Fragen zum Beispiel die Entsiegelung Die Begrünung von Städten.
00:14:29: Da sind dann ganz unterschiedliche Anforderungen Natürlich Und die versuchen wir auch durch die Beratung dann eben rauszufinden und abzuarbeiten.
00:14:40: Wir stellen dafür aber auch Handlungsempfehlungen bereit oder es wird gerade ein Muster-Klimaanpassungskonzept erarbeitet, das wird dann nächstes Jahr herauskommen damit man sich wirklich daran auch so lang hängen
00:14:51: kann.".
00:14:52: Sie machen jetzt ja diese Beratungs- und Unterstützungsarbeit schon seit ein paar Jahren.
00:14:57: Welche Projekte aus den Kommunen in Niedersachsen haben Sie denn dabei so kennengelernt?
00:15:02: Was ist tatsächlich schon entstanden, damit sie vielleicht jetzt ein paar Inspirationen geben können für Kommunen die sich vielleicht jetzt erst auf den Weg machen oder für Hörerinnen und Hörern, die noch gar keine Ahnung davon haben wie kommunale Klimafolgenanpassungen aussehen kann.
00:15:13: Es gibt wirklich schon viele tolle Beispiele in Nieder-Sachsen.
00:15:16: Wir haben zum Beispiel dem Preis Klimakommunal der es auch in diesem Jahr wieder verliehen worden vom Umweltministerium.
00:15:22: Da wurden viele tole Projekten von Kommunen ausgezeichnet.
00:15:26: Der Preis gilt für Klimaschutz und Klimaanpassungsprojekte.
00:15:29: beides wird da primiert.
00:15:30: Und es waren auch ein paar tolle Klimaan passungs Projekte dabei, ist das eine Klimakommune zum Beispiel ausgezeichnet worden?
00:15:36: Das ist die Stadt Lohne mit ihrem Bürgerklimapark also aus dem Park wo man eben Klima Unterschiede auch erfahrbar macht Also tatsächlich wo eben so Bereiche eingerichtet werden Wo man spüren kann was es bedeutet mit wenig Klimaanpassung, also wie viel wärmer ist es dann als wenn ich in den Bereich gehe wo zum Beispiel aufgeforstet wurde.
00:15:57: Wo Bäume gepflanzt wurden.
00:15:59: aber das ist auch so ein Projekt wo mit Schulklassen gearbeitet wird und ganz viel sensibilisiert wird für das Thema.
00:16:06: Und dann gibt's aber auch ganz andere Projekte zb die Stadt Hildesheim mit ihrer Sommerhilfe Für Menschen ohne Obdach ganz niederschwelliges Projekt, aber sehr wirkungsvoll und ganz schön gemacht und umgesetzt.
00:16:21: Einfach auch mal an die Menschen zu denken, die sich nicht selber so helfen können.
00:16:25: Da gibt es sehr viele Projekte und sehr viele Initiativen aus den Kommunen heraus.
00:16:31: Und das finde ich auch ganz toll!
00:16:32: Das macht wirklich Hoffnung für die Zukunft.
00:16:35: Ihre Aufgabe ist jetzt auch, die Akteure zusammenzubringen – also die, die sie schon auf den Weg gemacht haben vielleicht mit denenjenigen die noch am Anfang stehen und nach Inspiration suchen, nach Beispielen suchen.
00:16:47: Wie machen Sie das denn?
00:16:49: Und wer kommt denn da so?
00:16:50: Genau wir haben verschiedene Netzwerke aufgebaut.
00:16:52: Wir haben ein Netzwerk auf Landesebene Aber wir haben auch ein kommunales Klimaanpassungsnetzwerk in Niedersachsen In dem eben die kommunalen Akteure aus den Kommunen eingeladen sind teilzunehmen.
00:17:04: Da treffen wir uns zweimal im Jahr einmal digital, einmal im Präsenz Nieder Sachsen ist ja groß sondern wollen wir jedem auch die Teilnahme irgendwie ermöglichen.
00:17:12: Da sprechen wir natürlich dann darüber, was sind die Bedarfe der Kommunen.
00:17:15: Wir wollen natürlich auch wissen, was brauchen sie von uns noch?
00:17:18: Was können wir besser machen und was fehlt noch?
00:17:20: Aber wir geben natürlich auch Informationen weiter.
00:17:23: Wir bringen die miteinander ins Gespräch.
00:17:25: Wir zeigen Best Practice Beispiele einfach auch um voneinander zu lernen.
00:17:29: Es muss ja keiner irgendwie das Rad neu erfinden.
00:17:32: Viele Maßnahmen und Projekte sind schon da!
00:17:36: Die kann man übertragen muss man natürlich immer auf seine regionale Ebene anpassen, aber man kann schon vieles übernehmen und sich an vielem orientieren.
00:17:44: Und das versuchen wir in diesem Netzwerk eben dann noch zu stärken und voran zu
00:17:48: treiben.".
00:18:05: Wie ist das denn heute, wie hat sich das entwickelt?
00:18:07: Die Anfragen sind natürlich nicht weniger geworden.
00:18:09: Gerade in diesem Sommer haben wir das auch schon gemerkt dass da doch sensibilisiert für diesen Klimawandel und für die Veränderung und dass man eben irgendwie tätig werden muss.
00:18:20: Und wir merken natürlich auch es gibt jetzt im Niedersachsen ja eine gesetzliche Pflicht für landkreis- und kreisfreie Städte Klimaanpassungskonzepte zu erstellen Anpassungsmanagement vorzuhalten.
00:18:35: Und da sehen wir natürlich, dass sich die Kommunen dann auch auf den Weg machen und dass da Personal anwächst und das dann natürlich auch die Anfragen mehr werden.
00:18:44: Wir bemühen uns natürlich, das trotzdem alles zu beantworten und sind auch ganz gut aufgestellt.
00:18:49: was unsere Webseite schon angeht, dass viele Angebote darüber abgefragt werden können – offen natürlich,
00:18:59: Das eine sind dann ja die Ideen, wie man seine Kommune an die Klimafolgen anpassen kann.
00:19:04: Aber das andere ist natürlich die Frage der Finanzierung dieser konkreten Maßnahmen was ja ein vielfaches teurer ist jetzt erstmal nur einen Konzept zu entwickeln und tatsächlich bauliche Maßnahmen umzusetzen.
00:19:14: Die rot-grüne Landesregierung will sich jetzt dafür einsetzen dass im Bund eine neue Gemeinschaftsaufgabe klimafolge Anpassung eingerichtet wird.
00:19:22: das Bedarf einer Änderung des Grundgesetzes.
00:19:25: Das wäre dann vergleichbar mit der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz.
00:19:29: Der Bund und alle Länder zahlen dann ein, die es brauchen beantragender Mittel daraus.
00:19:34: Was würde sich denn für Niedersachsen daraus verändern?
00:19:36: Was würde das Niederson bringen?
00:19:38: Es würde den Kommunen zumindest oder den niedersächsischen Kommunen Planungssicherheit geben.
00:19:45: Der Vorteil wäre, Bund und Länder können gemeinsam eine Finanzierung übernehmen.
00:19:49: und was kann vor allem... etwas langfristiges sein.
00:19:53: Also es ist keine Leuchtturmförderung erst mal, die nur für einzelne Regionen dann ausgezeigt werden kann.
00:20:00: Es ist nicht so kleinteilig und man kann flächenhaft fördern Und man kann vor allem längerfristig fördern.
00:20:06: Die Förderprogramme, die wir heute ja sehen, die da sind Die öffnen alle ein zwei drei Jahre meinen Förderfenster.
00:20:14: Dann muss man schnell sein, muss einen Antrag stellen eine Maßnahme vielleicht oder ein Anpassungsmanagement, oder was auch immer sich fördern lassen.
00:20:21: Das ist aber sehr aufwendig.
00:20:23: die Kommunen berichten uns das viel Arbeit bedeutet diese Anträge zu stellen und denn dass es auch sehr lange dauert bis man das alles umgesetzt hat und so eine Finanzierung über eine Gemeinschaft Aufgabe bietet eben die Chance das ein bisschen zu vereinfachen und besser in die Umsetzung zu kommen vor allem eben nicht nur pilothaft zu fördern, sondern eher flächendeckend zu fördern und eben langfristiger und mehr Planungssicherheit zu haben.
00:20:49: Frau Hübsch zum Abschluss vielleicht ein Blick in die Zukunft.
00:20:52: Entwerfen Sie doch mal ganz grob einen Szenario!
00:20:56: Wie sieht das Klima in Niedersachsen in zwanzig Jahren aus?
00:20:59: Und wie haben sich Kommunen und Land bis dahin darauf angepasst?
00:21:03: Ja meine Wunschvorstellung ist dass wir den Klimaschutz noch schneller und besser voran treiben, und zwar nicht nur natürlich nicht nur wir sondern global.
00:21:12: Sonst bringt das nicht so viel aber... Wir alle müssen da besser und schneller werden um eben solche Jahre jetzt wie wir sie gerade erlebt haben nicht zu den kühleren Jahren werden zu lassen sozusagen.
00:21:26: also ich habe die Hoffnung dass wir das schaffen können und ich sehe dass sehr viel passiert und ich seh auch dass wir auch sehr viele Lösungen schon haben mit diesem wärmeren Klima umzugehen.
00:21:38: Beine Hoffnung wäre also, dass wir trotz einer Erwärmung eine lebenswerte Welt hier schaffen können und das für alle die nach uns kommen, uns sehr motiviert an die Energiewende
00:21:52: machen.".
00:21:53: Wir behalten das weiter im Blick vielleicht auch noch in den nächsten zwanzig Jahre – wer weiß da schon so genau?
00:21:58: Für heute jedenfalls erstmal ganz herzlichen Dank für dieses Gespräch!
00:22:05: Mehr Infos unter rundblick-niedersachsen.de.
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